Fixkosten im Unternehmen berechnen: was dazugehört

Fixkosten im Betrieb vollständig erfassen – fixe und variable Kosten, Liste nach Bereich, Umrechnung auf den Monat, netto oder brutto, mit Rechenbeispiel und Rechner.

Fixkosten im Unternehmen sind alle Kosten, die unabhängig vom Umsatz anfallen: Miete, Gehälter, Versicherungen, Software, Beiträge. Rechne jeden Posten auf den Monat um, setze Gehälter mit dem Arbeitgeberbrutto an und bleib bei netto oder brutto. Beispiel: Ein Büro mit drei Angestellten kommt auf 14.727 € im Monat.

Worum geht es?

Fixkosten sind der Betrag, den dein Betrieb jeden Monat kostet – egal, ob du einen Auftrag hast oder zehn. Wer diese Zahl nicht kennt, kalkuliert Preise aus dem Bauch und merkt erst am Kontostand, dass etwas nicht aufgeht. Dieser Ratgeber zeigt, was zu den Fixkosten gehört, wie du sie auf den Monat umrechnest und wo die typischen Lücken liegen.

Fixe und variable Kosten: der Unterschied

FixkostenVariable Kosten
Hängen ab vonder Zeit – sie laufen, solange der Vertrag läuftder Menge – sie steigen mit jedem Auftrag
BeispieleMiete, Gehälter, Versicherungen, Software-Abos, LeasingWareneinsatz, Material, Versand, Zahlungsgebühren, Fremdleistungen
Bei null Umsatzfallen in voller Höhe anfallen nicht an
Kurzfristig beeinflussbarkaum – Kündigungsfristenja

Dazwischen liegen sprungfixe Kosten: Sie bleiben konstant, bis eine Grenze erreicht ist, und springen dann auf die nächste Stufe – die zweite Kraft im Laden, das größere Lager, das nächste Lizenzpaket. Für die laufende Rechnung behandelst du sie wie Fixkosten.

Was gehört zu den Fixkosten?

BereichTypische PostenWird gern vergessen
RäumeKaltmiete, Nebenkosten-VorauszahlungNebenkosten-Nachzahlung, Stellplätze, Lager
Energie & EntsorgungStrom, Gas, WasserAbfallgebühren, Reinigung
PersonalBruttogehälter plus ArbeitgeberanteilUrlaubs- und Weihnachtsgeld, Berufsgenossenschaft, Umlagen
Software & ITOffice, Buchhaltung, BranchensoftwareDomains, Hosting, Passwort-Manager, Backup
KommunikationInternet, MobilfunkZweitanschluss, Telefonanlage
VersicherungenBetriebshaftpflicht, InhaltsversicherungRechtsschutz, Cyber, Kfz
Fahrzeuge & GeräteLeasingratenKfz-Steuer, Wartungsverträge
BeratungSteuerberatung, LohnabrechnungJahresabschluss als Einmalrechnung
Beiträge & AbgabenIHK oder HandwerkskammerRundfunkbeitrag, Verbände, Kontoführung

Der Rundfunkbeitrag fällt auch im Betrieb an – je Betriebsstätte und gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten. Bis acht Beschäftigte ist es ein Drittel des Beitrags, also 6,12 € im Monat.

Alles auf den Monat umrechnen

Vergleichbar werden die Posten erst, wenn alle dieselbe Einheit haben. Vierteljährliche Beträge durch 3, halbjährliche durch 6, jährliche durch 12. Eine Betriebshaftpflicht über 620 € im Jahr kostet 51,67 € im Monat, ein Rundfunkbeitrag von 18,36 € im Quartal 6,12 €.

Der Monatswert sagt, was dich der Posten kostet. Wann das Geld vom Konto geht, ist eine zweite Frage: Jahresbeiträge bündeln sich oft im ersten Quartal. Leg deshalb die Summe aller nicht monatlichen Posten, geteilt durch 12, jeden Monat zurück.

Netto oder brutto?

Bist du vorsteuerabzugsberechtigt, rechnest du mit Nettobeträgen. Die Umsatzsteuer aus Eingangsrechnungen holst du dir über die Voranmeldung zurück – sie ist ein durchlaufender Posten, kein Aufwand. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG oder mit umsatzsteuerfreien Umsätzen bekommst du nichts zurück; dann zählt der Bruttobetrag.

Nicht auf jeder Rechnung steht Umsatzsteuer: Gewerbemiete ist häufig umsatzsteuerfrei, bei Versicherungen fällt Versicherungsteuer an, die sich nicht abziehen lässt, und Gehälter sowie Kammerbeiträge kennen keine Umsatzsteuer. Wie du Netto und Brutto ineinander umrechnest, erklärt Mehrwertsteuer herausrechnen.

Personal: mit dem Arbeitgeberbrutto rechnen

Der größte Fixkostenblock wird am häufigsten zu niedrig angesetzt. Zum Bruttogehalt kommt dein Anteil zur Sozialversicherung von rund 21 %, dazu Umlagen und die Berufsgenossenschaft. Aus 3.400 € brutto werden so etwa 4.114 € im Monat. Das Nettogehalt der beschäftigten Person spielt für deine Kalkulation keine Rolle. Die Details stehen in Was kostet ein Mitarbeiter wirklich?

Rechenbeispiel: Büro mit drei Angestellten

Regelbesteuerter Betrieb, alle Beträge netto und auf den Monat umgerechnet.

BereichPro MonatAnteil
Personal (3 × 3.400 € brutto + 21 %)12.342,00 €83,8 %
Miete kalt1.400,00 €9,5 %
Nebenkosten, Strom, Abfall438,33 €3,0 %
Steuerberatung & Lohnbüro250,00 €1,7 %
Software-Lizenzen (4 × 45 €)180,00 €1,2 %
Internet & Telefon59,00 €0,4 %
Betriebshaftpflicht (620 € / Jahr)51,67 €0,4 %
Rundfunkbeitrag (18,36 € / Quartal)6,12 €0,04 %
Fixkosten gesamt14.727,12 €100 %

Das sind 176.725 € im Jahr oder rund 701 € an jedem der 21 Arbeitstage im Monat. Typisch für Dienstleister: Mehr als vier Fünftel der Fixkosten sind Personal.

So gehst du vor

  1. Kontoauszüge von zwölf Monaten durchgehen. Nur so findest du jährliche Abbuchungen.
  2. Fix oder variabel? Alles, was auch ohne Umsatz weiterläuft, kommt auf die Liste.
  3. Auf den Monat umrechnen und einem Bereich zuordnen.
  4. Netto oder brutto festlegen – einheitlich für alle Posten.
  5. Summe bilden und daraus den Mindestumsatz ableiten.

Typische Fehler

  • Gehälter mit dem Brutto ansetzen: Der Arbeitgeberanteil fehlt dann komplett.
  • Jahresposten übersehen: Versicherungen, Kammerbeiträge und der Jahresabschluss tauchen in keiner Monatsübersicht auf.
  • Netto und brutto mischen: Die Summe ist dann weder Kosten- noch Liquiditätsgröße.
  • Das eigene Einkommen vergessen: Im Einzelunternehmen und in der GbR gibt es kein Gehalt für dich – was du zum Leben brauchst, muss der Gewinn zusätzlich zu den Fixkosten tragen.
  • Tilgung als Kosten rechnen: Kosten sind nur die Zinsen. Für die Liquidität zählt trotzdem die ganze Rate.

Was fängst du mit der Zahl an?

Aus den Fixkosten ergibt sich, wie viel Umsatz du mindestens brauchst – siehe Break-even-Umsatz berechnen. Liegt dieser Wert unangenehm nah an deinem tatsächlichen Umsatz, hilft Fixkosten im Unternehmen senken.

Kurz zusammengefasst

Fixkosten sind alle Kosten, die unabhängig vom Umsatz anfallen. Sammle sie aus zwölf Monaten Kontoauszügen, rechne alles auf den Monat um, setze Gehälter mit dem Arbeitgeberbrutto an und bleib einheitlich bei netto oder brutto. Der Fixkosten-Rechner für Unternehmen übernimmt Umrechnung, Lohnnebenkosten und Umsatzsteuer und zeigt die Summe nach Bereich.

Alle Angaben ohne Gewähr. Kein Ersatz für Steuer- oder Unternehmensberatung.

Direkt ausrechnen

Betriebliche Fixkosten pro Monat und Jahr berechnen – Miete warm und kalt, Personal mit Lohnnebenkosten, Software, Energie und Abgaben, netto oder brutto, mit Break-even-Umsatz.

Fixkosten-Rechner für Unternehmen

Häufige Fragen

Was sind Fixkosten im Unternehmen?

Kosten, die unabhängig von Umsatz und Auslastung anfallen, solange der Vertrag läuft: Miete, Gehälter, Versicherungen, Software-Abos, Leasingraten, Kammerbeiträge. Auch bei null Umsatz sind sie in voller Höhe fällig.

Was ist der Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten?

Fixkosten hängen von der Zeit ab, variable Kosten von der Menge. Wareneinsatz, Material, Versand und Zahlungsgebühren steigen mit jedem Auftrag und entfallen ohne Umsatz. Sprungfixe Kosten bleiben bis zu einer Kapazitätsgrenze konstant und steigen dann stufenweise, etwa durch eine zusätzliche Stelle.

Sind Gehälter Fixkosten?

Ja, fest angestelltes Personal zählt zu den Fixkosten, weil die Gehälter unabhängig von der Auftragslage gezahlt werden. Anzusetzen ist das Arbeitgeberbrutto: Bruttogehalt plus rund 21 % Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, dazu Umlagen und Berufsgenossenschaft.

Rechne ich Fixkosten netto oder brutto?

Mit Vorsteuerabzug netto, weil die Umsatzsteuer aus Eingangsrechnungen erstattet wird. Kleinunternehmer nach § 19 UStG und Betriebe mit umsatzsteuerfreien Umsätzen rechnen brutto, weil die Umsatzsteuer bei ihnen als Kosten hängen bleibt.

Wie rechne ich jährliche Kosten auf den Monat um?

Jährliche Beträge durch 12, halbjährliche durch 6 und vierteljährliche durch 3 teilen. Eine Versicherung über 620 € im Jahr entspricht 51,67 € im Monat. Diesen Betrag monatlich zurückzulegen sorgt dafür, dass das Geld im Fälligkeitsmonat da ist.

Gehört mein eigenes Gehalt zu den Fixkosten?

In einer GmbH ja – das Geschäftsführergehalt ist Personalaufwand. Im Einzelunternehmen und in der GbR gibt es kein Gehalt für Inhaber; ihr Einkommen ist der Gewinn. Für die Preiskalkulation solltest du deinen Unternehmerlohn trotzdem wie einen Fixkostenposten einrechnen.

Zählt die Tilgung eines Kredits zu den Fixkosten?

Als Kosten zählen nur die Zinsen, die Tilgung ist Rückzahlung von Kapital. Für die Liquiditätsplanung ist trotzdem die gesamte Rate maßgeblich, weil sie jeden Monat vom Konto abgeht.

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