Worum geht es?
Der Break-even ist der Punkt, an dem dein Betrieb weder Gewinn noch Verlust macht: Der Umsatz deckt genau die Kosten. Alles darüber ist Gewinn, alles darunter Verlust. Die Zahl beantwortet eine sehr praktische Frage: Wie viel muss ich im Monat mindestens umsetzen?
Die Formel
Break-even-Umsatz = Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsquote
Die Deckungsbeitragsquote ist der Teil jedes umgesetzten Euros, der nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt: 1 − (variable Kosten ÷ Umsatz). Gehen von jedem Euro Umsatz 20 Cent für Material und Versand weg, liegt sie bei 80 %. Diese 80 Cent „decken“ zuerst die Fixkosten – und sind danach Gewinn.
Rechenbeispiel: 14.727 € Fixkosten
| Größe | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Fixkosten pro Monat | – | 14.727,12 € |
| Variable Kosten | – | 20 % vom Umsatz |
| Deckungsbeitragsquote | 1 − 0,20 | 80 % |
| Break-even-Umsatz | 14.727,12 ÷ 0,80 | 18.408,90 € |
| Tatsächlicher Umsatz | – | 24.000,00 € |
| Überschuss vor Steuern | 24.000 × 0,80 − 14.727,12 | 4.472,88 € |
| Sicherheitsabstand | (24.000 − 18.408,90) ÷ 24.000 | 23,3 % |
Der Sicherheitsabstand sagt, um wie viel Prozent der Umsatz einbrechen darf, bevor der Betrieb Verlust macht. Hier sind es 23,3 % – ein schwacher Monat ist verkraftbar, ein verlorener Großkunde möglicherweise nicht.
Break-even in Stück oder Stunden
Verkaufst du ein Produkt zu einem festen Preis, rechnest du direkt in Stück: Break-even-Menge = Fixkosten ÷ (Preis − variable Kosten je Stück). Bei 6.000 € Fixkosten, 50 € Verkaufspreis und 20 € variablen Kosten je Stück bleiben 30 € Deckungsbeitrag – du brauchst 200 verkaufte Stück im Monat.
Dienstleister rechnen in Stunden. Mit 14.727,12 € Fixkosten und einem Stundensatz von 95 € netto sind es rund 155 abrechenbare Stunden im Monat, verteilt auf das ganze Team. Entscheidend ist das Wort abrechenbar: Akquise, Verwaltung, Urlaub und Krankheit zählen nicht mit.
Was den Break-even verschiebt
| Veränderung | Break-even-Umsatz | Unterschied |
|---|---|---|
| Ausgangslage | 18.408,90 € | – |
| Fixkosten 1.000 € niedriger | 17.158,90 € | −1.250,00 € |
| Variable Kosten 25 % statt 20 % | 19.636,16 € | +1.227,26 € |
| Variable Kosten 15 % statt 20 % | 17.326,02 € | −1.082,88 € |
Jeder eingesparte Euro Fixkosten senkt den nötigen Umsatz um mehr als einen Euro – bei 80 % Deckungsbeitragsquote um 1,25 €. Eine Preiserhöhung wirkt über die Quote: Steigt der Preis bei gleichen variablen Kosten je Stück, sinkt deren Anteil am Umsatz.
So gehst du vor
- Fixkosten pro Monat ermitteln – alle Posten, auf den Monat umgerechnet. Wie das geht, steht in Fixkosten im Unternehmen berechnen.
- Variable Kosten als Anteil am Umsatz schätzen – Wareneinsatz, Material, Versand, Zahlungsgebühren, Fremdleistungen der letzten zwölf Monate durch den Umsatz desselben Zeitraums teilen.
- Fixkosten durch die Deckungsbeitragsquote teilen.
- Mit dem tatsächlichen Umsatz vergleichen und den Sicherheitsabstand ablesen.
Grenzen der Rechnung
- Dein eigenes Einkommen fehlt. In Einzelunternehmen und Personengesellschaften ist der Break-even nur die Null-Linie des Betriebs. Zum Leben brauchst du mehr: Rechne deinen Unternehmerlohn zu den Fixkosten, um den Umsatz zu finden, ab dem es sich wirklich trägt.
- Steuern kommen danach. Der Überschuss ist vor Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer gerechnet.
- Variable Kosten sind selten exakt proportional. Mengenrabatte, Mindestabnahmen und Staffelpreise verschieben die Quote.
- Fixkosten springen. Ab einer bestimmten Auslastung brauchst du mehr Personal oder Fläche – dann gilt ein neuer Break-even.
- Gewinn ist nicht Kontostand. Zahlungsziele, Umsatzsteuer und Tilgungen können das Konto belasten, obwohl der Betrieb über dem Break-even liegt.
Kurz zusammengefasst
Break-even-Umsatz = Fixkosten ÷ (1 − Anteil der variablen Kosten am Umsatz). Mit 14.727,12 € Fixkosten und 20 % variablen Kosten sind das 18.408,90 € im Monat. Der Fixkosten-Rechner für Unternehmen ermittelt die Fixkosten aus deinen Posten und rechnet Break-even-Umsatz, Fixkostenquote und Überschuss gleich mit. Was nach Steuern vom Gewinn übrig bleibt, erklärt Was bleibt vom Gewinn?
Alle Angaben ohne Gewähr. Kein Ersatz für Steuer- oder Unternehmensberatung.