Gesetzliche Rente einfach erklärt: Entgeltpunkte, Rentenwert, Renteninformation

Gesetzliche Rente einfach erklärt: Umlageverfahren, Entgeltpunkte, Rentenformel, Wartezeiten und Renteninformation lesen – mit Zahlen 2026.

Älterer Mann mit Brille liest auf dem Sofa Unterlagen
Bild möglicherweise ganz oder teilweise KI-generiert.

Die gesetzliche Rente rechnet in Entgeltpunkten: Ein Jahr mit Durchschnittsverdienst (2026: 51.944 €) bringt einen Punkt, jeder Punkt ist ab Juli 2026 42,52 € Monatsrente wert. 45 Punkte ergeben die Standardrente von rund 1.913 €. Kindererziehung, Pflege und Arbeitslosigkeit zählen mit, Abschläge kosten 0,3 % je Monat. Mit Renteninformation erklärt.

Gesetzliche Rente: die kurze Antwort

Die gesetzliche Rente funktioniert über Entgeltpunkte: Wer ein Jahr lang genau den Durchschnitt verdient (2026: 51.944 €), bekommt einen Punkt. Jeder Punkt ist ab Juli 2026 42,52 € Monatsrente wert. 45 Jahre Durchschnittsverdienst ergeben also rund 1.913 € brutto. Bezahlt wird das von den Beiträgen der heute Arbeitenden – das sogenannte Umlageverfahren.

Woher das Geld kommt

18,6 % vom Bruttolohn gehen an die Rentenversicherung, je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Dazu kommt ein Bundeszuschuss aus Steuern. Das Geld wird nicht angespart, sondern direkt an die heutigen Rentnerinnen und Rentner ausgezahlt. Deine Beiträge kaufen dir stattdessen einen Anspruch – in Entgeltpunkten.

Die Rentenformel

Monatsrente = Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor × aktueller Rentenwert

BausteinBedeutung
Entgeltpunktedein Verdienst im Verhältnis zum Durchschnitt, Jahr für Jahr addiert
Zugangsfaktor1,0 bei Rente zur Regelaltersgrenze; −0,3 % je Monat früher, +0,5 % je Monat später
Rentenartfaktor1,0 bei Altersrente; kleiner bei Witwen- oder Waisenrente
Aktueller Rentenwert42,52 € ab 01.07.2026, steigt jedes Jahr etwa mit den Löhnen

Über der Beitragsbemessungsgrenze (2026: 8.450 € im Monat) fallen keine Beiträge an – und es gibt auch keine weiteren Punkte. Mehr als rund 1,95 Punkte pro Jahr sind daher nicht möglich.

Zeiten, die zählen – auch ohne Gehalt

  • Kindererziehung: rund 3 Entgeltpunkte je Kind (ab Geburt 1992), gutgeschrieben einem Elternteil.
  • Pflege von Angehörigen: Beiträge zahlt die Pflegekasse.
  • Arbeitslosengeld I und Krankengeld: Beiträge zahlen Arbeitsagentur oder Kasse.
  • Minijob: pflichtversichert mit kleinem Eigenanteil, wenn nicht befreit.
  • Schule und Studium ab 17: zählen als Anrechnungszeit für Wartezeiten, bringen aber kaum Punkte.

Wartezeiten: wann es überhaupt Rente gibt

WartezeitWofür
5 JahreRegelaltersrente, Erwerbsminderungsrente, Hinterbliebenenrente
35 JahreRente ab 63 mit Abschlag, Rente für schwerbehinderte Menschen
45 JahreRente ab 65 ohne Abschlag (Jahrgang 1964+)

Wann du konkret gehen kannst, rechnet der Rentenbeginn-Rechner.

Mehr als Altersrente

Die Rentenversicherung ist auch eine Versicherung: Erwerbsminderungsrente, wenn du nicht mehr arbeiten kannst, Witwen-, Witwer- und Waisenrente, Reha-Maßnahmen und ein Zuschuss zur Krankenversicherung im Alter. Diese Leistungen fehlen bei rein privater Vorsorge – ein Grund, warum der Vergleich Gesetzliche Rente oder ETF? nicht nur über die Rendite läuft.

Renteninformation lesen

Ab 27 Jahren mit mindestens 5 Beitragsjahren schickt die Deutsche Rentenversicherung jedes Jahr eine Renteninformation. Die wichtigsten Zeilen:

  • Rente wegen voller Erwerbsminderung: was du heute bekämst.
  • Bisher erreichte Rentenanwartschaft: Rente, wenn ab heute nichts mehr dazukäme.
  • Hochgerechnete Rente: wenn du bis zur Rente weiterverdienst wie im Schnitt der letzten fünf Jahre – ohne künftige Rentenerhöhungen.

Ab 55 kommt statt der Information alle drei Jahre eine ausführlichere Rentenauskunft. Alle Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge zeigt die Digitale Rentenübersicht.

Wie sicher ist die Rente?

Das Rentenniveau – die Standardrente im Verhältnis zum Durchschnittslohn – ist bis 2031 bei 48 % gesetzlich abgesichert. Danach dürfte es ohne neue Reformen sinken, weil mehr Rentner auf weniger Beitragszahler kommen. Die Rente fällt dabei nicht in Euro, sie steigt aber langsamer als die Löhne. Die Lücke schließt private Vorsorge: Rentenlücke mit ETF schließen.

Rente beantragen

Die Rente kommt nicht automatisch. Stelle den Antrag etwa drei Monate vor dem gewünschten Beginn – online, bei der Deutschen Rentenversicherung oder in einer Beratungsstelle. Vorher lohnt sich eine Kontenklärung, damit alle Zeiten erfasst sind.

Kurz zusammengefasst

Ein Jahr Durchschnittsverdienst gleich ein Entgeltpunkt gleich 42,52 € Monatsrente. Kinder, Pflege und Arbeitslosigkeit zählen mit, Abschläge kosten 0,3 % je Monat. Was bei deinem Gehalt herauskommt und wie ein ETF das ergänzt, zeigt der Rechner Gesetzliche Rente vs. ETF.

Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Rentenberatung. Rechengrößen Stand 2026.

Direkt ausrechnen

Wann kann ich in Rente gehen? Regelaltersgrenze, Rente mit 63 und Rente nach 45 Jahren aus dem Geburtsdatum – mit Datum und Abschlag, ohne Gewähr.

Rentenbeginn-Rechner

Häufige Fragen

Wie wird die gesetzliche Rente berechnet?

Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor × aktueller Rentenwert. Bei regulärer Altersrente sind beide Faktoren 1. 40 Punkte × 42,52 € = 1.700,80 € brutto.

Was ist ein Entgeltpunkt?

Dein Jahresverdienst geteilt durch das Durchschnittsentgelt. Wer 2026 genau 51.944 € verdient, bekommt 1,0 Punkte, mit 26.000 € rund 0,5.

Wie viele Jahre muss ich einzahlen?

Für die Regelaltersrente mindestens 5 Jahre, für die Rente ab 63 mit Abschlag 35 Jahre, für die abschlagsfreie Rente ab 65 (Jahrgang 1964+) 45 Jahre.

Was steht in der Renteninformation?

Die Erwerbsminderungsrente, die bisher erreichte Anwartschaft und eine Hochrechnung bis zur Regelaltersgrenze. Sie kommt jährlich ab 27 Jahren mit mindestens 5 Beitragsjahren.

Bringen Kinder Rentenpunkte?

Ja. Für ab 1992 geborene Kinder gibt es 3 Jahre Kindererziehungszeit, das sind rund 3 Entgeltpunkte für einen Elternteil.

Wie sicher ist die gesetzliche Rente?

Das Rentenniveau ist bis 2031 bei 48 % abgesichert. Danach dürfte es ohne Reformen sinken, die Rente in Euro aber weiter steigen. Private Vorsorge schließt die Lücke.

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