Rentenlücke mit ETF schließen: gesetzliche Rente plus Sparplan

Rentenlücke berechnen und mit ETF schließen: was die gesetzliche Rente bringt, wie viel Sparrate fehlt und warum früh anfangen so viel ausmacht – mit Rechner.

Hand legt eine Münze auf den höchsten von mehreren wachsenden Münzstapeln
Bild möglicherweise ganz oder teilweise KI-generiert.

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen Wunschrente und gesetzlicher Rente. Beispiel: 3.500 € brutto, 30 Jahre, 8 Entgeltpunkte – rund 1.610 € gesetzliche Rente in heutiger Kaufkraft. Für 2.000 € fehlen rund 390 €, die ein ETF-Sparplan von etwa 100 € im Monat schließt. Je später der Start, desto höher die nötige Rate. Mit Rechner, ohne Beratung.

Rentenlücke: die kurze Antwort

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem, was du im Alter brauchst, und dem, was die gesetzliche Rente zahlt. Wer 3.500 € brutto verdient, mit 30 anfängt und mit 67 in Rente geht, kommt in heutiger Kaufkraft auf grob 1.250–1.600 € gesetzliche Rente brutto. Für 2.000 € Wunschrente fehlen also einige hundert Euro im Monat. Ein ETF-Sparplan von rund 200 € im Monat schließt diese Lücke im Beispiel fast vollständig – wenn er früh startet.

Deine eigene Lücke: im Rechner Gesetzliche Rente vs. ETF den Modus „Rente plus ETF“ wählen.

Schritt 1: Was bringt die gesetzliche Rente?

Die beste Quelle ist deine Renteninformation. Die Deutsche Rentenversicherung schickt sie jährlich ab 27 Jahren, wenn mindestens 5 Beitragsjahre vorliegen. Online gibt es sie auch im Kundenportal oder über die Digitale Rentenübersicht. Wichtig sind zwei Zahlen:

  • Bisher erreichte Entgeltpunkte – die trägst du im Rechner ein.
  • Hochgerechnete Rente – sie geht davon aus, dass du bis zur Rente so weiter verdienst wie im Schnitt der letzten fünf Jahre.

Faustregel: Jedes Jahr mit Durchschnittsverdienst (2026: 51.944 €) bringt einen Entgeltpunkt, und ein Punkt ist aktuell 42,52 € Monatsrente wert.

Schritt 2: Was bleibt davon netto?

Die Zahl in der Renteninformation ist brutto. Davon gehen ab:

AbzugGrößenordnung
Kranken- und Pflegeversicherungrund 11–12 % der Rente
Einkommensteuerauf den Besteuerungsanteil: 84 % bei Rentenbeginn 2026, jedes Jahr 0,5 Punkte mehr, 100 % ab 2058

Ob tatsächlich Steuer anfällt, hängt vom Grundfreibetrag und weiteren Einkünften ab. Wer heute 30 ist, sollte damit rechnen, dass die Rente voll steuerpflichtig ist.

Schritt 3: Wie viel brauchst du?

Eine gängige Faustregel sind 70–80 % des letzten Nettoeinkommens. Genauer ist eine ehrliche Liste: Miete oder Wohnkosten (ist die Wohnung abbezahlt?), Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen, Hobbys, Reisen, Hilfe im Haushalt. Im Rechner gibst du die Wunschrente direkt in Euro ein, in heutigen Preisen.

Schritt 4: Die Lücke mit ETF schließen

Beispiel: 3.500 € brutto, 30 Jahre alt, 8 Entgeltpunkte schon gesammelt, Rente mit 67, Wunschrente 2.000 € brutto. ETF mit 6 % Rendite und 0,2 % TER, 2 % Inflation, Auszahlung über 25 Jahre bei 4 %.

BausteinMonatlich (heutige Kaufkraft)
Gesetzliche Rente (rund 38 Entgeltpunkte)rund 1.610 €
Lücke zur Wunschrenterund 390 €
Nötige ETF-Sparrate bis 67rund 100 €
ETF-Rente aus 200 € Sparraterund 790 €

Mit 200 € im Monat liegst du in diesem Beispiel deutlich über dem Ziel – ein Polster für Steuern, Krankenversicherung und schlechtere Börsenjahre. Die ETF-Rente läuft hier bis 92, die gesetzliche Rente lebenslang.

Warum der Start wichtiger ist als die Rate

Dieselbe Lücke kostet umso mehr Sparrate, je später du anfängst, weil dem Zinseszins die Zeit fehlt. Grob, für 500 € zusätzliche Monatsrente ab 67 (heutige Kaufkraft, 3,7 % real):

Start mitJahre bis 67Nötige Sparrate
2542rund 100 €
3532rund 160 €
4522rund 290 €
5512rund 660 €

Die Mechanik dahinter erklärt Zinseszins verständlich.

Gesetzliche Rente plus ETF: warum die Kombination gut passt

  • Lebenslanger Sockel: Die gesetzliche Rente deckt Fixkosten bis zum Lebensende. Das ETF-Depot muss nur den Rest tragen – und darf in schlechten Börsenjahren auch mal weniger ausgezahlt werden.
  • Zwei verschiedene Risiken: Die Umlage hängt an Löhnen und Politik, der ETF an den Kapitalmärkten. Beide gleichzeitig schwach zu erwischen, ist unwahrscheinlicher.
  • Flexibilität: Das Depot kann früher angezapft werden, etwa für eine Überbrückung bis zur Regelaltersgrenze oder eine größere Reparatur.
  • Vererbbar: Was im Depot übrig bleibt, geht an die Erben.

Ab 2027: das Altersvorsorgedepot

Ab dem 1. Januar 2027 kann der zusätzliche ETF-Sparplan auch in einem staatlich geförderten Altersvorsorgedepot laufen. Die Grundzulage beträgt 50 Cent je Euro auf die ersten 360 € Eigenbeitrag im Jahr und 25 Cent je Euro bis 1.800 €, also höchstens 540 € im Jahr. Dazu kommen Kinderzulagen. Der Preis dafür: Das Geld ist bis zur Rente gebunden, und die Auszahlung wird später voll versteuert. Ein normales ETF-Depot bleibt flexibel.

Was dieser Text nicht ersetzt

Keine Renten-, Anlage- oder Steuerberatung. Die Zahlen sind Modellrechnungen mit festen Renditen, echte Märkte schwanken. Kostenlose Beratung zu deinen Rentenansprüchen bietet die Deutsche Rentenversicherung.

Kurz zusammengefasst

Renteninformation lesen, netto grob abschätzen, Wunschrente festlegen, Lücke mit einem ETF-Sparplan schließen. Je früher du anfängst, desto kleiner die nötige Rate. Rechne deine Zahlen im Rechner Gesetzliche Rente vs. ETF und plane den Sparplan im ETF-Rechner.

Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Renten-, Anlage- oder Steuerberatung. Stand: Oktober 2026.

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Gesetzliche Rente vs. ETF – Rechner

Häufige Fragen

Wie berechne ich meine Rentenlücke?

Wunschrente minus erwartete gesetzliche Rente. Die gesetzliche Rente steht hochgerechnet in der Renteninformation. Im Rechner Gesetzliche Rente vs. ETF gibst du Entgeltpunkte und Wunschrente ein und siehst Lücke und nötige Sparrate.

Wie viel muss ich zusätzlich zur Rente sparen?

Für 500 € zusätzliche Monatsrente ab 67 grob 100 € im Monat ab 25 Jahren, 160 € ab 35, 290 € ab 45 und 660 € ab 55 – bei 6 % ETF-Rendite und 2 % Inflation.

Wie viel Prozent vom Netto brauche ich im Alter?

Als Faustregel 70–80 % des letzten Nettoeinkommens. Genauer ist eine Liste der eigenen Ausgaben, vor allem Wohnkosten.

Wird die gesetzliche Rente versteuert?

Ja. Bei Rentenbeginn 2026 sind 84 % steuerpflichtig, jedes Jahr 0,5 Punkte mehr, ab 2058 100 %. Dazu kommen rund 11–12 % Kranken- und Pflegeversicherung.

ETF-Depot oder Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ab 2027 bringt bis zu 540 € Zulage im Jahr, bindet das Geld aber bis zur Rente und wird später voll versteuert. Ein normales ETF-Depot bleibt flexibel.

Gibt es einen Rentenlücken-Rechner?

Ja. Der Rechner Gesetzliche Rente vs. ETF auf machsklar.de zeigt im Modus „Rente plus ETF“ gesetzliche Rente, ETF-Rente und Lücke – kostenlos, ohne Anmeldung.

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