Gebraucht verkaufen: Wie viel Prozent vom Neupreis verlangen?

Wie viel Prozent vom Neupreis für Gebrauchtes? Richtwerte nach 1, 3 und 5 Jahren für Elektronik, Möbel, Fahrzeuge und mehr – mit Rechenbeispiel.

Kiste mit alten Weckern, Geschirr und Krimskrams auf einem Trödelmarkt
Bild möglicherweise ganz oder teilweise KI-generiert.

Eine feste Prozentzahl für alles gibt es nicht. Als Orientierung liegen die meisten Gegenstände in gutem Zustand nach einem Jahr bei 60 bis 80 % des Neupreises, nach drei Jahren bei 35 bis 70 %. Elektronik verliert am schnellsten, Möbel und Instrumente am langsamsten. Maßgeblich ist der heutige Neupreis, nicht dein damaliger Kaufpreis.

Die kurze Antwort

Eine Zahl für alles gibt es nicht. Als grobe Orientierung: Für die meisten Alltagsgegenstände in gutem Zustand liegt ein realistischer Preis nach einem Jahr bei 60 bis 80 % des Neupreises und nach drei Jahren bei 35 bis 70 %. Elektronik liegt am unteren Ende, Möbel, Motorräder und Musikinstrumente weiter oben. Wo dein Gegenstand steht, hängt an der Kategorie – und daran, was er heute neu kosten würde.

Richtwerte nach Kategorie

Die Tabelle zeigt, wie viel Prozent vom Neupreis die Modelle unserer Rechner nach einem, drei und fünf Jahren ansetzen – bei gutem Zustand, mittlerer Qualität und üblicher Nutzung. Das sind Modellwerte, keine Marktstatistik. Sie zeigen die Größenordnung und die Unterschiede zwischen den Kategorien, nicht den Preis deines konkreten Stücks.

Fahrzeuge

Gegenstandnach 1 Jahrnach 3 Jahrennach 5 Jahren
Auto75 %56 %45 %
Motorrad82 %69 %59 %
Fahrrad75 %54 %39 %
E-Bike75 %52 %38 %

Elektronik

Gegenstandnach 1 Jahrnach 3 Jahrennach 5 Jahren
Handy60 %35 %21 %
Laptop65 %39 %25 %
Fernseher65 %43 %29 %
Spielekonsole75 %59 %48 %

Wohnen und Haushalt

Gegenstandnach 1 Jahrnach 3 Jahrennach 5 Jahren
Möbel75 %64 %54 %
Sofa70 %54 %42 %
Küche95 %85 %75 %
Waschmaschine90 %70 %50 %
Kinderwagen70 %51 %37 %

Freizeit

Gegenstandnach 1 Jahrnach 3 Jahrennach 5 Jahren
Werkzeug70 %57 %46 %
Fitnessgeräte65 %50 %39 %
Musikinstrumente75 %71 %66 %

Küche und Waschmaschine fallen heraus, weil ihre Rechner den Zeitwert zeigen – gleichmäßig verteilt über die Lebensdauer. Beim Verkauf an Selbstabholer wird dafür meist weniger gezahlt, bei der Ablöse durch Nachmieter ist der Zeitwert der passende Maßstab.

Welche Annahmen hinter den Zahlen stehen und welche davon belegt sind, steht auf der Seite des jeweiligen Rechners unter „Datengrundlage“.

Warum der erste Abschlag so groß ist

In fast jeder Zeile fällt der größte Schritt ins erste Jahr. Das hat wenig mit Abnutzung zu tun. Mit dem Kauf verliert ein Gegenstand, was nur Neuware hat: Händlergarantie, Rückgaberecht, Lieferung und die Gewissheit, dass nichts damit gemacht wurde. Ein Käufer, der auf all das verzichtet, will dafür einen deutlichen Nachlass – selbst wenn der Artikel originalverpackt ist.

Danach flacht die Kurve ab. Ob etwas drei oder vier Jahre alt ist, macht einen viel kleineren Unterschied als der Schritt von neu zu gebraucht.

Der Neupreis von heute zählt, nicht deiner von damals

Prozente vom eigenen Kaufpreis führen in die Irre, wenn sich der Neupreis seitdem bewegt hat.

  • Neupreis gefallen: Kostet das Gerät neu inzwischen 600 € statt 900 €, messen Käufer dein Angebot an den 600 €. 50 % vom alten Preis wären dann 75 % vom heutigen – zu viel.
  • Neupreis gestiegen: Ist der Artikel teurer geworden oder schwer lieferbar, kannst du mehr verlangen, als die Prozentregel ergibt.
  • Nicht mehr erhältlich: Dann gibt es keinen Neupreis mehr als Maßstab. Es zählen nur noch vergleichbare Gebrauchtangebote.

Schlag deshalb vor dem Verkauf nach, was dein Artikel oder sein Nachfolger heute kostet.

Von Prozent zu Preis: ein Beispiel

Angenommen, du verkaufst einen drei Jahre alten Laptop, der 1.200 € gekostet hat. Das Modell setzt nach drei Jahren 39 % an.

SchrittRechnungErgebnis
Richtwert1.200 € × 39 %468 €
Wertverlust1.200 € − 468 €732 € (61 %)
Angebotspreis mit 10 % Spielraum468 € ÷ 0,90520 €

Der Richtwert ist der Start, nicht das Ende. Gleich ihn mit zwei oder drei Angeboten für dasselbe Modell ab. Wie du das machst, steht in Gebrauchtpreis berechnen; wie aus dem Wert ein Preis für die Anzeige wird, in Verkaufspreis berechnen.

Wann die Prozentregel nicht passt

  • Sammlerstücke und Raritäten: Ihr Preis folgt der Nachfrage, nicht dem Alter. Manche steigen.
  • Dinge mit Materialwert: Bei Goldschmuck zählt das Edelmetall. Dafür gibt es den Schmuck-Wertverlust-Rechner.
  • Hygieneartikel: Matratzen, Kopfhörer oder Schuhe sind gebraucht kaum gefragt, egal wie gut der Zustand ist.
  • Sehr günstige Neuware: Kostet etwas neu 30 €, lohnt für kaum einen Käufer die Fahrt, um 12 € zu sparen.
  • Immobilien: Hier altert nur das Gebäude, nicht das Grundstück – siehe Haus-Wertverlust-Rechner.

Alle Prozentwerte stammen aus den Modellen der Rechner auf machsklar.de und sind Schätzungen ohne Gewähr.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent vom Neupreis kann ich für gebrauchte Sachen verlangen?

Das hängt von der Kategorie ab. Nach einem Jahr sind 60 bis 80 % eine brauchbare Spanne, nach drei Jahren 35 bis 70 %. Smartphones und Laptops liegen unten, Möbel, Motorräder und akustische Instrumente oben. Die Werte sind Modellannahmen, keine Marktstatistik.

Warum verliert neuwertige Ware so viel?

Weil Garantie, Rückgaberecht und Lieferung wegfallen. Ein Käufer verzichtet auf diese Sicherheiten nur gegen einen deutlichen Nachlass – auch wenn der Artikel unbenutzt und originalverpackt ist.

Zählt der Preis, den ich bezahlt habe?

Nur wenn sich der Neupreis seitdem nicht verändert hat. Käufer vergleichen mit dem, was der Artikel oder sein Nachfolger heute neu kostet. Ist der Neupreis gefallen, musst du deine Erwartung anpassen.

Gilt die Prozentregel auch für Sammlerstücke?

Nein. Bei Raritäten, limitierten Auflagen und Sammlerobjekten bestimmt die Nachfrage den Preis, nicht das Alter. Solche Stücke können über dem Neupreis liegen. Hier helfen nur Vergleichspreise tatsächlicher Verkäufe.

Wie komme ich von der Prozentzahl zum Anzeigenpreis?

Multipliziere den heutigen Neupreis mit dem Richtwert, prüf das Ergebnis gegen vergleichbare Angebote und schlag den erwarteten Verhandlungsnachlass auf. Aus 468 € Richtwert werden mit 10 % Spielraum rund 520 € in der Anzeige.

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