Frühstart-Rente und Aktivrente: die kurze Antwort
Zwei neue Bausteine, zwei Lebensphasen. Die Frühstart-Rente soll ab 2027 für jedes Kind von 6 bis 18 Jahren 10 € im Monat in ein Altersvorsorgedepot einzahlen – Stand Oktober 2026 ist sie vom Kabinett beschlossen, aber noch kein Gesetz. Die Aktivrente gilt seit dem 1. Januar 2026: Wer nach der Regelaltersgrenze als Angestellter weiterarbeitet, verdient bis zu 2.000 € im Monat steuerfrei.
Frühstart-Rente: so soll sie funktionieren
| Punkt | Geplante Regel |
|---|---|
| Wer | jedes Kind ab dem 6. Geburtstag bis zur Volljährigkeit |
| Wie viel | 10 € im Monat vom Staat, also 120 € im Jahr, maximal 1.440 € |
| Wohin | in ein Altersvorsorgedepot auf den Namen des Kindes |
| Ohne Depot | Anlage im Kollektiv über die Bundesbank |
| Zuzahlung | Eltern und Großeltern können privat dazu einzahlen |
| Steuern | Erträge bis zur Auszahlung steuerfrei |
| Auszahlung | grundsätzlich nicht vor 65 |
| Start | 1. Januar 2027 – sofern das Gesetz rechtzeitig verabschiedet wird |
Was 10 € im Monat bringen
Die Bundesregierung rechnet mit 7 % Rendite: Aus den staatlichen Beiträgen werden bis zum 18. Geburtstag rund 2.200 € und bis zur Rente rund 53.000 €. Zahlen die Eltern weitere 10 € im Monat dazu, sind es rund 107.000 €. Mit 5 % Rendite sind es deutlich weniger – trotzdem zeigt das Beispiel, was 50 Jahre Zinseszins mit kleinen Beträgen machen. Die Mechanik dahinter: Zinseszins verständlich erklärt.
Für Eltern heißt das: Die Frühstart-Rente ist ein Startgeld, kein Ersatz für eigene Vorsorge. Wer für die Kinder mehr zurücklegen will, nutzt zusätzlich ein flexibles Kinderdepot – das Geld der Frühstart-Rente ist bis 65 gebunden. Für die eigene Vorsorge bringt die Kinderzulage im Altersvorsorgedepot deutlich mehr: bis zu 300 € je Kind und Jahr.
Aktivrente: steuerfrei weiterarbeiten
| Punkt | Regel seit 2026 |
|---|---|
| Wer | Arbeitnehmer ab dem Monat nach Erreichen der Regelaltersgrenze |
| Wie viel | bis 2.000 € Arbeitslohn im Monat steuerfrei, also bis 24.000 € im Jahr |
| Rechtsgrundlage | § 3 Nr. 21 EStG, über die Lohnabrechnung, ohne Antrag |
| Nicht für | Selbstständige, Minijobs, Beamte |
| Sozialabgaben | fallen weiter an |
| Rente | muss nicht bezogen werden, wird aber auch nicht gekürzt |
Der Freibetrag gilt pro Monat, nicht genutzte Beträge verfallen. Die Rente selbst bleibt steuerpflichtig – steuerfrei ist nur der Lohn. Wann du die Regelaltersgrenze erreichst, zeigt der Rentenbeginn-Rechner.
Aktivrente oder Rente aufschieben?
Wer weiterarbeitet, kann die Rente parallel beziehen oder sie aufschieben. Aufschieben bringt 0,5 % mehr Rente je Monat, also 6 % pro Jahr, lebenslang. Beziehen und arbeiten bringt sofort mehr Geld. Was besser ist, hängt von Gesundheit, Steuersatz und Plänen ab. Wie die Rente versteuert wird: Wie wird die Rente versteuert?
Was dieser Text nicht ersetzt
Keine Renten-, Steuer- oder Anlageberatung. Die Frühstart-Rente ist ein Regierungsentwurf, Details können sich im Gesetzgebungsverfahren noch ändern. Wir aktualisieren diesen Text, sobald das Gesetz beschlossen ist.
Kurz zusammengefasst
Frühstart-Rente: 10 € im Monat vom Staat für Kinder von 6 bis 18, geplant ab 2027. Aktivrente: bis 2.000 € Lohn im Monat steuerfrei nach der Regelaltersgrenze, gilt seit 2026. Beides ergänzt die gesetzliche Rente, ersetzt aber keine eigene Vorsorge.
Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Beratung. Stand: Oktober 2026.
