Altersvorsorgedepot: die kurze Antwort
Das Altersvorsorgedepot ist ab dem 1. Januar 2027 die neue staatlich geförderte private Altersvorsorge und ersetzt die Riester-Rente für neue Verträge. Du sparst in Fonds oder ETFs, der Staat legt pro Jahr bis zu 540 € Grundzulage plus bis zu 300 € je Kind dazu. Dafür bleibt das Geld bis zur Rente gebunden und wird bei der Auszahlung versteuert.
Was das für deinen Beitrag bedeutet, zeigt der Altersvorsorgedepot-Rechner – mit Vergleich zum normalen ETF-Depot.
Wer bekommt die Förderung?
- Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung: Angestellte, Azubis, Midijobber
- Beamtinnen und Beamte, Eltern in Elternzeit
- neu: Selbstständige und Freiberufler – auch ohne Rentenversicherungspflicht
- neu: Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungswerke, etwa Ärzte
- Ehe- und Lebenspartner über den förderberechtigten Partner, mit mindestens 120 € im Jahr
Nicht direkt gefördert werden Vollrentner und Minijobber, die sich von der Rentenversicherung befreit haben.
So hoch sind die Zulagen
| Eigenbeitrag im Jahr | Monatlich | Grundzulage | Förderquote |
|---|---|---|---|
| 120 € (Minimum) | 10 € | 60 € | 50 % |
| 360 € | 30 € | 180 € | 50 % |
| 600 € | 50 € | 240 € | 40 % |
| 1.200 € | 100 € | 390 € | 33 % |
| 1.800 € (Maximum) | 150 € | 540 € | 30 % |
Die Regel dahinter: 50 Cent je Euro auf die ersten 360 €, danach 25 Cent je Euro bis 1.800 €. Dazu kommen:
- Kinderzulage: 1 € je eingezahltem Euro, bis 300 € je kindergeldberechtigtem Kind und Jahr. Sie geht immer nur an einen Elternteil.
- Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 € bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag.
- Steuervorteil: Beiträge und Zulagen sind als Sonderausgaben absetzbar. Das Finanzamt prüft automatisch, ob das mehr bringt als die Zulage, und erstattet die Differenz.
Einzahlen kannst du bis zu 6.840 € im Jahr, gefördert werden aber nur 1.800 €. Zulagen gibt es für höchstens zwei Verträge.
Drei Produktarten
| Variante | Für wen | Besonderheit |
|---|---|---|
| Altersvorsorgedepot | wer selbst ETFs und Fonds auswählt | keine Garantie, höchste Renditechance |
| Standarddepot | wer nicht auswählen möchte | vorgegebene Fondsmischung, Kosten max. 1 % im Jahr |
| Garantieprodukt | wer Verluste ausschließen will | 80 oder 100 % der Beiträge garantiert, meist teurer und renditeschwächer |
Für lange Laufzeiten ist eine Garantie meist teuer erkauft – sie zwingt den Anbieter in sichere, renditearme Anlagen. Ein öffentlich verwaltetes Standarddepot ist geplant, kommt aber womöglich erst nach dem Start.
Die Auszahlung
- Beginn frühestens mit 65, spätestens mit 70 – oder früher, wenn du schon gesetzliche Rente beziehst.
- Entweder ein Auszahlplan bis mindestens 85 oder eine lebenslange Rente. Die Wahl triffst du kurz vor Rentenbeginn.
- Bis zu 30 % können zu Beginn auf einmal entnommen werden.
- Die Auszahlung wird voll mit dem persönlichen Steuersatz versteuert (nachgelagerte Besteuerung). Mehr dazu: Wie wird die Rente versteuert?
Was du wissen musst, bevor du abschließt
- Gebunden: Wer vor der Rente auflöst, zahlt Zulagen und Steuervorteile zurück. Teilentnahmen gibt es nicht. Ausnahme: Wohneigentum, wenn der Anbieter das anbietet.
- Anbieterwechsel: jederzeit möglich, in den ersten fünf Jahren für bis zu 150 €, danach kostenlos beim alten Anbieter.
- Vererben: Ehe- oder Lebenspartner können das Guthaben ohne Abzug übernehmen. Andere Erben müssen die Zulagen zurückzahlen.
- Riester: Bestehende Verträge laufen weiter. Wer zusätzlich ein Altersvorsorgedepot abschließt, bringt den alten Vertrag automatisch unter die neuen Regeln. Details: Riester behalten, wechseln oder ruhen lassen?
In 3 Schritten zum Altersvorsorgedepot
- Beitrag festlegen: 30 € im Monat holen die höchste Förderquote, 150 € die höchste Zulage. Mit Kindern lohnt sich fast jeder Beitrag – im Rechner durchspielen.
- Ab Januar 2027 Anbieter vergleichen: Effektivkosten, ETF-Auswahl, Wechselkosten. Für Selbstauswähler zählen vor allem niedrige Depot- und Fondskosten.
- Zulagenantrag mit Dauerzulageantrag stellen, damit die Zulagen jedes Jahr automatisch fließen.
Was dieser Text nicht ersetzt
Keine Anlage- oder Steuerberatung. Das Gesetz ist beschlossen, Details wie die konkreten Produktangebote stehen erst zum Start fest. Unabhängige Beratung bieten die Verbraucherzentralen.
Kurz zusammengefasst
Ab 2027 fördert der Staat ein eigenes Vorsorgedepot mit bis zu 540 € im Jahr plus 300 € je Kind – erstmals auch für Selbstständige. Dafür ist das Geld bis 65 gebunden und wird im Alter versteuert. Ob es sich für dich mehr lohnt als ein normales Depot, zeigt der Altersvorsorgedepot-Rechner.
Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand: Oktober 2026.
