Die kurze Antwort
Beim Backyard Ultra läufst du jede Stunde einen Loop von 6,706 km. Um ihn in der Zeit zu schaffen, brauchst du eine Backyard-Ultra-Pace per km von höchstens 8:57 min/km – dann bleibt aber keine Sekunde Pause. Realistischer planen die meisten mit Loopzeiten zwischen 45 und 55 Minuten, also einer Pace von etwa 6:43 bis 8:12 min/km und 5 bis 15 Minuten Pause pro Stunde.
Pace (min/km) = Loopzeit in Minuten ÷ 6,706
Pace-Tabelle für den Standardloop
| Loopzeit | Pace | Tempo | Pause bis zum nächsten Start |
|---|---|---|---|
| 40 min | 5:58 min/km | 10,1 km/h | 20 min |
| 45 min | 6:43 min/km | 8,9 km/h | 15 min |
| 48 min | 7:09 min/km | 8,4 km/h | 12 min |
| 50 min | 7:27 min/km | 8,0 km/h | 10 min |
| 52 min | 7:45 min/km | 7,7 km/h | 8 min |
| 55 min | 8:12 min/km | 7,3 km/h | 5 min |
| 57 min | 8:30 min/km | 7,1 km/h | 3 min |
| 60 min | 8:57 min/km | 6,7 km/h | 0 min – Limit |
Die Pace gilt als Durchschnitt über den ganzen Loop. Wer bergauf geht und bergab läuft, ist zwischendurch mal deutlich langsamer und mal schneller – am Ende zählt nur die Loopzeit.
Warum die Pause wichtiger ist als die Pace
Ein Backyard Ultra ist kein Tempolauf. Wer zu schnell läuft, gewinnt Pause, verbraucht aber mehr Energie und belastet Muskeln und Magen stärker. Wer zu langsam läuft, hat keine Zeit zum Essen, Trinken, für Toilette oder Schuhwechsel. Die Kunst liegt in der Balance:
- Unter 45 Minuten: viel Pause, aber hoher Energieverbrauch – für die ersten Loops verlockend, über viele Stunden teuer.
- 45–52 Minuten: ein häufig gewählter Bereich, der Zeit für Verpflegung und kleine Reparaturen lässt.
- Über 55 Minuten: kaum Puffer. Ein Schnürsenkel, eine volle Toilette oder ein Krampf kann den Loop kosten.
Plane so, dass dir auch im schlechtesten Fall mindestens ein paar Minuten bleiben. Wer nicht zum Startsignal in der Startbox steht, scheidet aus – egal, wie viele Loops er schon gelaufen ist.
Laufen und Gehen mischen
Viele Backyard-Läufer gehen Anstiege und Verpflegungsabschnitte bewusst. Rechne dann die Gehstrecke heraus und prüfe, welche Pace für den Rest bleibt.
Beispiel: Ziel ist eine Loopzeit von 50 Minuten.
- 1,5 km gehst du mit 10:00 min/km → 15 Minuten.
- Bleiben 6,706 − 1,5 = 5,206 km in 35 Minuten.
- Nötige Laufpace: 35 ÷ 5,206 ≈ 6:43 min/km.
So siehst du schnell, ob dein Plan zur Form passt. Ist die nötige Laufpace zu hoch, verkürze die Gehabschnitte oder plane eine längere Loopzeit.
Trail, Höhenmeter und Nachtloop
Auf Trails mit Wurzeln und Höhenmetern ist die Pace pro Kilometer weniger aussagekräftig als auf der Straße. Orientiere dich dann an Zwischenzeiten an markanten Punkten des Loops, die du im ersten Loop notierst. Manche Rennen wechseln nachts auf einen Straßenloop gleicher Länge – dort ist dieselbe Loopzeit oft mit weniger Aufwand zu schaffen.
Tipp für die Uhr: Stelle die Anzeige auf Rundenzeit statt auf die aktuelle Pace und starte bei jedem Loop eine neue Runde. GPS-Distanzen weichen gerade im Wald von den offiziellen 6,706 km ab.
Distanz und Zeit über das Rennen
Weil jeder Loop genau eine Stunde dauert, ist die Rechnung einfach: Loops × 6,706 km. Nach 7 Loops hast du 46,94 km und damit die Marathondistanz geschafft, nach 15 Loops 100,59 km und nach 24 Loops die 100 Meilen (160,94 km). Alle Meilensteine und die Umrechnung von Distanz in Loops zeigt der Backyard-Ultra-Rechner.
Verpflegung in der Pause
Die Pause ist dein Verpflegungsfenster. Über viele Stunden geht es vor allem um Kohlenhydrate, Flüssigkeit und Natrium. Wie viel Natrium pro Stunde sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber Elektrolyte beim Laufen; wie viel du schwitzt, findest du mit dem Schweißtest heraus.
Kurz zusammengefasst
Pace = Loopzeit ÷ 6,706. Das Limit liegt bei 8:57 min/km, eine Loopzeit von 50 Minuten entspricht 7:27 min/km und lässt 10 Minuten Pause. Plane mit Puffer, mische Gehen und Laufen bewusst und steuere nach Rundenzeit. Die Pace für jede Wunschzeit rechnet der Pace-Rechner, die Pulsbereiche für lange Läufe der Pulszonen-Rechner.
Alle Angaben ohne Gewähr. Loop-Länge 6,706 km nach dem Standardformat; Regeln und genaue Streckenlänge beim jeweiligen Veranstalter prüfen.
