Riester ab 2027: behalten, wechseln oder ruhen lassen?

Was wird aus Riester? Bestandsschutz, Förderung umstellen, ins Altersvorsorgedepot übertragen oder beitragsfrei stellen – und warum Kündigen teuer ist.

Frau unterschreibt einen Vertrag, eine Beraterin zeigt auf die Unterschriftszeile
Bild möglicherweise ganz oder teilweise KI-generiert.

Riester-Verträge laufen ab 2027 mit Bestandsschutz weiter, neue gibt es nicht mehr. Vier Wege: behalten, Förderung per Erklärung auf die neuen Zulagen umstellen, das Guthaben ins Altersvorsorgedepot übertragen (ohne Rückzahlung der Zulagen, aber ohne Garantie und unumkehrbar) oder beitragsfrei stellen. Kündigen kostet alle Zulagen und Steuervorteile.

Riester ab 2027: die kurze Antwort

Ab 2027 gibt es keine neuen Riester-Verträge mehr, bestehende laufen aber mit Bestandsschutz weiter. Niemand muss etwas tun. Du hast vier Möglichkeiten: behalten, nur die Förderung umstellen, das Guthaben ins neue Altersvorsorgedepot übertragen oder den Vertrag beitragsfrei stellen. Kündigen ist fast immer die schlechteste Wahl, weil dann Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen.

Die vier Möglichkeiten

OptionWas passiertPasst, wenn …
BehaltenVertrag läuft unverändert mit alter Riester-Förderungder Vertrag günstig ist oder die Garantie dir wichtig ist
Förderung umstellenper Erklärung gelten die neuen Zulagen für den bestehenden Vertragdu den Vertrag magst, aber die höhere neue Förderung willst
ÜbertragenGuthaben wandert in ein Altersvorsorgedepot, ohne Rückzahlung der Zulagender alte Vertrag teuer ist und du noch viele Jahre sparst
Beitragsfrei stellenkeine neuen Beiträge, Guthaben bleibt bis zur Rente stehendu gerade nicht sparen kannst

Neue gegen alte Förderung

Riester (alt)Altersvorsorgedepot (neu)
Grundzulage175 € bei 4 % des Vorjahreseinkommensbis 540 €, beitragsabhängig ab 120 €
Kinderzulage185 € / 300 € (Geburt ab 2008)bis 300 € je Kind
Garantie100 % der Beiträge und Zulagenfreiwillig, meist ohne
Auszahlungab 62, lebenslange Renteab 65, Plan bis mind. 85 oder Leibrente

Die alte Pflicht, 4 % des Einkommens einzuzahlen, entfällt im neuen System. Wer bisher wenig eingezahlt und dafür gekürzte Zulagen bekommen hat, profitiert besonders.

Übertragen: worauf achten?

  • Unumkehrbar: Wer überträgt, kann nicht zurück zu Riester.
  • Garantie fällt weg: Die Beitragsgarantie gilt im neuen Depot nicht mehr, auch nicht für das übertragene Geld.
  • Kosten: Bei Versicherungsverträgen sind die Abschlusskosten oft schon in den ersten Jahren bezahlt. Wechselkosten sind gesetzlich begrenzt, aber nicht null. Lass dir den Übertragungswert schriftlich geben.
  • Bestandsschutz: Schließt du zusätzlich zu Riester ein neues Altersvorsorgedepot ab, gelten automatisch die neuen Regeln auch für den alten Vertrag.

Faustregeln

  • Weniger als 10 Jahre bis zur Rente und ordentliche Garantie: eher behalten.
  • Teure Riester-Versicherung mit 1,5 % Kosten oder mehr und 20+ Jahren Laufzeit: Übertragung ernsthaft prüfen.
  • Günstiger Riester-Fondssparplan: Förderung umstellen kann reichen.
  • Kein Geld für Beiträge: beitragsfrei stellen, nicht kündigen.

Wie viel das neue Depot an Zulagen bringt, zeigt der Altersvorsorgedepot-Rechner. Mehr zum neuen Produkt: Altersvorsorgedepot 2027 erklärt.

Warum Kündigen meist teuer ist

Eine Kündigung vor der Rente ist eine schädliche Verwendung: Alle Zulagen und die Steuerersparnis aus dem Sonderausgabenabzug gehen an den Staat zurück. Bei Versicherungsverträgen kommen Stornoabzüge dazu, und die Erträge werden versteuert. Wer raus will, fährt mit Übertragung oder Beitragsfreistellung fast immer besser.

In 3 Schritten entscheiden

  1. Beim Anbieter die aktuelle Standmitteilung anfordern: Guthaben, Kosten, garantierte Leistung, Übertragungswert.
  2. Mit den neuen Zulagen im Rechner vergleichen und die Restlaufzeit ehrlich ansetzen.
  3. Bei großen Guthaben eine unabhängige Beratung nutzen, etwa bei der Verbraucherzentrale – nicht beim Anbieter, der am Wechsel verdient.

Was dieser Text nicht ersetzt

Keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Fristen und Ablauf einer Übertragung bestätigt dir dein Anbieter. Die Regeln stammen aus dem Altersvorsorgereformgesetz 2026.

Kurz zusammengefasst

Riester-Verträge laufen weiter, ein Wechsel ist freiwillig. Teure Verträge mit langer Restlaufzeit sind Kandidaten für die Übertragung ins Altersvorsorgedepot, günstige oder rentennahe eher nicht. Nicht kündigen – das kostet die gesamte Förderung.

Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Muss ich meinen Riester-Vertrag wechseln?

Nein. Bestehende Verträge laufen mit Bestandsschutz weiter. Ein Wechsel ist freiwillig.

Kann ich Riester ins Altersvorsorgedepot übertragen?

Ja, ab 2027. Die Zulagen müssen nicht zurückgezahlt werden. Die Beitragsgarantie entfällt aber, und der Schritt ist unumkehrbar. Wechselkosten sind gesetzlich begrenzt.

Soll ich Riester kündigen?

Meist nicht. Eine Kündigung ist eine schädliche Verwendung: Zulagen und Steuervorteile gehen zurück, bei Versicherungen kommen Stornoabzüge dazu. Besser beitragsfrei stellen oder übertragen.

Was passiert, wenn ich zusätzlich ein Altersvorsorgedepot abschließe?

Dann gelten automatisch die neuen Förderregeln auch für den alten Riester-Vertrag. Der alte Bestandsschutz endet.

Für wen lohnt sich die Übertragung?

Vor allem bei teuren Riester-Versicherungen mit hohen laufenden Kosten und noch 20 oder mehr Jahren bis zur Rente. Kurz vor der Rente oder bei günstigen Verträgen eher behalten.

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