Die kurze Antwort
Als Faustregel gilt: Fixkosten sollten höchstens 50 % deines Nettoeinkommens ausmachen. Die Wohnkosten allein – Miete warm plus Strom – möglichst nicht mehr als ein Drittel. Beides sind Orientierungswerte, keine festen Grenzen. Entscheidend ist, dass nach den Fixkosten genug übrig bleibt für Lebensmittel, Freizeit, Rücklagen und Sparen.
Die Fixkostenquote berechnen
Fixkostenquote = monatliche Fixkosten ÷ monatliches Netto × 100.
Beispiel: 1.005 € Fixkosten bei 2.300 € Netto ergeben 1.005 ÷ 2.300 × 100 = 43,7 %. Rechne jährliche Posten wie Versicherungen vorher auf den Monat um, sonst fällt die Quote zu niedrig aus. Wie du alle Posten vollständig erfasst, steht im Ratgeber Fixkosten berechnen.
Die 50/30/20-Regel
Die bekannteste Budget-Faustregel teilt das Netto in drei Töpfe:
| Anteil | Wofür | Beispiele |
|---|---|---|
| 50 % | Notwendiges | Miete, Strom, Versicherungen, Handy, Ticket, Kredite – im Kern deine Fixkosten |
| 30 % | Wünsche | Ausgehen, Hobbys, Urlaub, Kleidung, die nicht nötig wäre |
| 20 % | Sparen | Notgroschen, ETF-Sparplan, Altersvorsorge, Sondertilgung |
Streng genommen zählen zu den 50 % auch notwendige variable Ausgaben wie Lebensmittel. Für einen schnellen Check reicht es, die Fixkosten mit der 50-%-Marke zu vergleichen – liegen sie deutlich darunter, bleibt Luft für den Einkauf.
So ordnest du deine Quote ein
| Fixkostenquote | Einordnung | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| unter 40 % | Komfortabel | Viel Spielraum zum Sparen – auch eine Gehaltslücke lässt sich überbrücken. |
| 40 bis 50 % | Im Rahmen | Entspricht der 50/30/20-Regel, wenn du bewusst sparst. |
| 50 bis 65 % | Knapp | Eine kaputte Waschmaschine oder eine Nachzahlung bringt das Budget ins Wanken. |
| über 65 % | Hoch | Kaum Puffer – Fixkosten prüfen, bevor der Dispo zum Dauerzustand wird. |
Wie viel Fixkosten bei welchem Einkommen?
| Netto im Monat | Fixkosten bis 50 % | Wohnkosten bis ⅓ | Sparen 20 % |
|---|---|---|---|
| 1.600 € | 800 € | 533 € | 320 € |
| 2.000 € | 1.000 € | 667 € | 400 € |
| 2.300 € | 1.150 € | 767 € | 460 € |
| 2.800 € | 1.400 € | 933 € | 560 € |
| 3.500 € | 1.750 € | 1.167 € | 700 € |
Die Wohnkosten stecken in den Fixkosten mit drin – bei 2.300 € Netto bleiben neben 767 € fürs Wohnen also rund 380 € für alle übrigen Fixkosten.
Warum Singles oft über der Faustregel liegen
Allein lebend zahlst du viele Posten komplett, die sich ein Paar teilt: Miete, Internet, Rundfunkbeitrag, Hausrat. Eine Ein-Zimmer-Wohnung kostet pro Quadratmeter oft mehr als eine größere Wohnung, und in Großstädten ist die Drittel-Regel bei der Miete mit einem Durchschnittsgehalt kaum einzuhalten.
Das ist kein Grund zur Panik. Liegen die Wohnkosten über einem Drittel, solltest du bei den übrigen Posten umso genauer hinschauen – Handy, Abos, Versicherungen und Mobilität lassen sich meist leichter anpassen als die Miete. Konkrete Hebel zeigt der Ratgeber Fixkosten senken.
Was ist mit dem Notgroschen?
Je höher die Fixkostenquote, desto wichtiger ist eine Rücklage. Üblich sind drei Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto, bei unsicherem Job oder Selbstständigkeit eher sechs. Bei 1.005 € Fixkosten und rund 500 € variablen Ausgaben wären das etwa 4.500 €. Erst wenn der Notgroschen steht, lohnt es sich, längerfristig zu investieren – zum Beispiel mit einem ETF-Sparplan.
Kurz zusammengefasst
Fixkosten bis 50 % vom Netto sind im Rahmen, die Wohnkosten möglichst bis ein Drittel. Darüber wird es eng, vor allem ohne Rücklage. Der Fixkosten-Rechner berechnet deine Quote automatisch, ordnet sie ein und zeigt die Wohnkostenquote separat.
Alle Angaben ohne Gewähr. Faustregeln ersetzen keine individuelle Finanzberatung.
