Was sind Fixkosten?
Fixkosten sind Ausgaben, die regelmäßig in gleicher Höhe anfallen – egal, wie sparsam du im Alltag lebst. Miete, Handyvertrag oder Versicherung kommen jeden Monat oder jedes Jahr, ob du viel unterwegs bist oder das Wochenende auf dem Sofa verbringst. Kurzfristig kannst du sie kaum beeinflussen, nur über Kündigung, Wechsel oder Umzug.
Das Gegenstück sind variable Kosten: Lebensmittel, Drogerie, Kleidung, Ausgehen, Tanken. Sie schwanken und lassen sich von Woche zu Woche steuern. Wer seine Fixkosten kennt, weiß, wie viel vom Gehalt schon verplant ist, bevor der Monat beginnt.
Fixkosten-Liste für Singles
| Bereich | Typische Posten | Abrechnung |
|---|---|---|
| Wohnen | Miete warm (inkl. Nebenkosten), Kreditrate, Hausgeld | monatlich |
| Energie | Strom-Abschlag, Gas bei Etagenheizung | monatlich |
| Kommunikation | Internet, Handyvertrag, Rundfunkbeitrag | monatlich, Rundfunk meist vierteljährlich |
| Versicherungen | Haftpflicht, Hausrat, Berufsunfähigkeit, Kfz | oft jährlich |
| Mobilität | Deutschlandticket, Autokredit oder Leasing, Kfz-Steuer | monatlich, Kfz-Steuer jährlich |
| Abos und Mitgliedschaften | Streaming, Musik, Fitnessstudio, Verein, Cloud-Speicher | monatlich oder jährlich |
| Kredite | Ratenkredit, Ratenkauf, Studienkredit | monatlich |
Der Rundfunkbeitrag fällt einmal pro Wohnung an – allein lebend zahlst du ihn komplett: 18,36 € im Monat, meist als 55,08 € pro Quartal abgebucht.
Was gehört nicht zu den Fixkosten?
- Lebensmittel und Drogerie: notwendig, aber variabel – du entscheidest, was im Einkaufswagen landet.
- Sparraten und ETF-Sparplan: kein Kostenposten, sondern Vermögensaufbau. Plane sie aus dem Betrag, der nach den Fixkosten bleibt.
- Tanken, Ausgehen, Urlaub: schwankt von Monat zu Monat.
- Nebenkosten-Nachzahlung: eine einmalige Abrechnung, keine regelmäßige Abbuchung. Erhöht sich danach die Vorauszahlung, steigt die Miete warm – und damit deine Fixkosten.
So berechnest du deine Fixkosten in 4 Schritten
- Kontoauszüge der letzten zwölf Monate durchgehen. Nur so findest du auch Posten, die einmal im Jahr abgebucht werden – Versicherungen, Jahresabos, Kfz-Steuer.
- Alle Posten auflisten mit Betrag je Abbuchung und Intervall.
- Auf den Monat umrechnen: vierteljährlich ÷ 3, halbjährlich ÷ 6, jährlich ÷ 12.
- Alles addieren – das sind deine Fixkosten pro Monat.
Rechenbeispiel: Single mit 2.300 € Netto
| Posten | Betrag je Abbuchung | Pro Monat |
|---|---|---|
| Miete warm | 780,00 € monatlich | 780,00 € |
| Strom | 45,00 € monatlich | 45,00 € |
| Internet | 35,00 € monatlich | 35,00 € |
| Handyvertrag | 15,00 € monatlich | 15,00 € |
| Rundfunkbeitrag | 55,08 € vierteljährlich | 18,36 € |
| Haftpflichtversicherung | 60,00 € jährlich | 5,00 € |
| Deutschlandticket | 63,00 € monatlich | 63,00 € |
| Fitnessstudio | 29,90 € monatlich | 29,90 € |
| Streaming | 13,99 € monatlich | 13,99 € |
| Fixkosten | 1.005,25 € |
Aufs Jahr sind das 12.063 €. Vom Netto bleiben 1.294,75 € im Monat für Lebensmittel, Freizeit und Sparen. Die Fixkostenquote liegt bei 1.005,25 ÷ 2.300 × 100 = 43,7 % – im Rahmen der gängigen Faustregel von höchstens 50 %.
Jährliche Kosten nicht vergessen
Im Beispiel kommen Rundfunkbeitrag und Haftpflicht zusammen auf 23,36 € im Monat. Abgebucht wird aber nicht gleichmäßig: In vier Monaten gehen 55,08 € Rundfunkbeitrag ab, im Fälligkeitsmonat der Haftpflicht 60 € auf einen Schlag. Mit Kfz-Versicherung, Hausrat oder einem Jahresabo kommen in einzelnen Monaten schnell mehrere Hundert Euro zusammen.
Die einfachste Lösung: Den Monatsanteil aller jährlichen und vierteljährlichen Posten per Dauerauftrag auf ein separates Tagesgeldkonto schieben. Kommt die Abbuchung, ist das Geld da – und das Girokonto bleibt ruhig.
Typische Fehler
- Nur die Miete zählen: Die vielen kleinen Posten von 10 bis 30 € summieren sich oft auf mehrere Hundert Euro im Monat.
- Kaltmiete statt Warmmiete: Die Nebenkosten-Vorauszahlung gehört dazu, sie wird ja jeden Monat abgebucht.
- Abos vergessen, die über PayPal oder App-Stores laufen: Sie tauchen im Kontoauszug oft unter einem anderen Namen auf.
- Einmal rechnen, nie wieder: Preiserhöhungen bei Strom, Streaming oder Miete verändern die Summe schleichend. Einmal im Jahr prüfen reicht.
Kurz zusammengefasst
Fixkosten sind alle regelmäßigen Ausgaben, die du kurzfristig nicht beeinflussen kannst. Liste sie vollständig auf, rechne jährliche und vierteljährliche Beträge auf den Monat um und addiere. Wie hoch die Summe sein darf, erklärt der Ratgeber Wie hoch dürfen Fixkosten sein?. Der Fixkosten-Rechner rechnet alles automatisch um und zeigt Fixkostenquote, Restbetrag und die nötige Rücklage für Jahreskosten.
Alle Angaben ohne Gewähr. Kein Ersatz für eine Finanzberatung.
