WG-Miete fair aufteilen: nach Zimmergröße oder pro Kopf?

WG-Miete und Nebenkosten fair aufteilen – nach Zimmergröße mit Gemeinschaftsfläche oder pro Kopf, mit Formel, Rechenbeispiel, Zu- und Abschlägen und Rechner.

Die WG-Miete teilt ihr am fairsten nach Zimmergröße plus Kopfanteil an der Gemeinschaftsfläche: Mietanteil = Kaltmiete × (Zimmer + Gemeinschaftsfläche ÷ Personen) ÷ Gesamtfläche. Bei 1.200 € und 85 m² zahlen Zimmer mit 22, 16 und 12 m² 475,29 €, 390,59 € und 334,12 €.

Worum geht es?

In kaum einer WG sind alle Zimmer gleich groß. Teilt ihr die Miete trotzdem einfach durch die Zahl der Köpfe, zahlt das kleinste Zimmer pro Quadratmeter am meisten – und subventioniert das größte. Fair heißt deshalb meist: Die eigene Zimmerfläche zahlt jeder selbst, Küche, Bad und Flur teilen alle zu gleichen Teilen. Dazu kommen die Nebenkosten, für die je nach Posten ein anderer Schlüssel sinnvoll ist.

Drei Methoden im Vergleich

MethodeVorteilNachteil
Gleich pro KopfKeine Rechnerei, keine Diskussion.Kleine Zimmer zahlen pro m² deutlich mehr.
Nur nach ZimmergrößeEinfach zu rechnen, nur die Zimmerflächen nötig.Große Zimmer zahlen auch für Küche und Bad überproportional, obwohl alle sie gleich nutzen.
Zimmer + GemeinschaftsanteilJeder zahlt, was er allein nutzt, und teilt, was alle nutzen.Ihr braucht die Gesamtwohnfläche und alle Zimmermaße.

Formel: Zimmer + Gemeinschaftsanteil

Mietanteil = Kaltmiete × (Zimmerfläche + Gemeinschaftsfläche ÷ Personen) ÷ Gesamtfläche. Die Gemeinschaftsfläche ist die Wohnfläche laut Mietvertrag minus die Summe aller Zimmer.

Rechenbeispiel: 3er-WG, 85 m², 1.200 € Kaltmiete

Die Zimmer haben 22, 16 und 12 m², zusammen 50 m². Es bleiben 35 m² Gemeinschaftsfläche, also 11,67 m² pro Kopf. Der Quadratmeterpreis beträgt 1.200 ÷ 85 = 14,12 €.

ZimmerGleich pro KopfNur ZimmergrößeZimmer + Gemeinschaft
22 m²400,00 €528,00 €475,29 €
16 m²400,00 €384,00 €390,59 €
12 m²400,00 €288,00 €334,12 €

Bei gleicher Teilung kostet das 12-m²-Zimmer 33,33 € Kaltmiete je m² Zimmerfläche, das 22-m²-Zimmer nur 18,18 €. Mit Gemeinschaftsanteil liegen die Werte bei 27,84 € und 21,60 € – der Unterschied bleibt, weil jeder dieselbe Küche und dasselbe Bad mitbezahlt, ist aber deutlich kleiner.

So geht ihr vor

  1. Flächen ermitteln. Gesamtwohnfläche aus dem Mietvertrag nehmen, jedes Zimmer selbst ausmessen (Länge × Breite).
  2. Methode wählen. Bei ähnlich großen Zimmern reicht gleich pro Kopf, sonst Zimmer + Gemeinschaftsanteil.
  3. Besonderheiten bewerten. Balkon, eigenes Bad oder Durchgangszimmer über Zu- und Abschläge ausgleichen.
  4. Nebenkosten zuordnen. Für jeden Posten festlegen: pro Kopf oder nach Fläche.
  5. Festhalten. Ergebnis ausdrucken oder als Link in die WG-Gruppe schicken, damit später niemand rätseln muss.

Nebenkosten: pro Kopf oder nach Fläche?

PostenSinnvoller SchlüsselBegründung
StromPro KopfKühlschrank, Herd und Waschmaschine nutzen alle.
Internet, RundfunkbeitragPro KopfFester Betrag, unabhängig von der Zimmergröße.
Wasser, MüllPro KopfDer Verbrauch hängt an Personen.
HeizungNach FlächeEin großes Zimmer braucht mehr Heizenergie.
Betriebskosten-VorauszahlungNach Fläche oder wie die MieteVermieter rechnen meist nach Wohnfläche ab.

Den Rundfunkbeitrag zahlt eine Wohnung nur einmal: 18,36 € im Monat, meist als 55,08 € pro Quartal abgebucht. In der 3er-WG sind das 6,12 € pro Person und Monat.

Zu- und Abschläge für besondere Zimmer

Fläche ist nicht alles. Ein Zimmer mit Balkon ist mehr wert als ein gleich großes Durchgangszimmer. Praktisch löst ihr das über einen Prozentwert auf die Zimmerfläche:

  • Zuschlag (+5 bis +15 %): Balkon, eigenes Bad, Einbauschrank, ruhige Hoflage.
  • Abschlag (−10 bis −20 %): Durchgangszimmer, Straßenlärm, wenig Tageslicht, Dachschräge.

Im Beispiel oben macht ein Zuschlag von 10 % auf das 16-m²-Zimmer rund 15 € im Monat aus: Es zahlt dann 405,54 € statt 390,59 €, die beiden anderen entsprechend weniger. Feste Regeln für die Höhe gibt es nicht – die Werte sind Erfahrungswerte, entscheidend ist eure Einigung.

Sonderfall: Paar in einem Zimmer

Teilen sich zwei Personen ein Zimmer, zahlen sie die Zimmerfläche einmal – aber zwei Kopfanteile an der Gemeinschaftsfläche und an allen Kosten, die pro Kopf verteilt werden. Schließlich stehen zwei Personen in der Küche und unter der Dusche. Wie das Paar seinen Anteil untereinander aufteilt, klärt der Fixkosten-Rechner für Paare.

Typische Fehler

  • Warmmiete nach Fläche teilen: Dann zahlt das große Zimmer auch mehr für Internet und Strom, obwohl alle gleich viel nutzen. Miete und Nebenkosten getrennt verteilen.
  • Gemeinschaftsfläche vergessen: Wer nur die Zimmer vergleicht, staffelt stärker, als es der tatsächlichen Nutzung entspricht.
  • Jährliche Posten übersehen: Nachzahlungen und Jahresbeiträge auf den Monat umrechnen und zurücklegen.
  • Nichts aufschreiben: Beim nächsten Mitbewohnerwechsel weiß niemand mehr, wie der Betrag zustande kam.

Wann solltet ihr neu rechnen?

Bei jeder Mieterhöhung, nach der Nebenkostenabrechnung, wenn jemand ein- oder auszieht oder Zimmer getauscht werden. Wer auszieht, findet die Frist im Rechner zur Kündigungsfrist im Mietvertrag; was der Umzug kostet, schätzt der Umzugskosten-Rechner.

Kurz zusammengefasst

Die fairste und am weitesten verbreitete Lösung: eigene Zimmerfläche plus Kopfanteil an der Gemeinschaftsfläche für die Kaltmiete, Strom und Internet pro Kopf, Heizung nach Fläche. Der WG-Kosten-Rechner rechnet alle drei Methoden centgenau durch, berücksichtigt Zu- und Abschläge und liefert eine Übersicht zum Ausdrucken.

Alle Angaben ohne Gewähr. Wie ihr intern aufteilt, ist Vereinbarungssache – kein Ersatz für Rechtsberatung.

Direkt ausrechnen

WG-Miete und Nebenkosten fair aufteilen – nach Zimmergröße mit Gemeinschaftsfläche oder pro Kopf, mit Zu- und Abschlägen und centgenauem Betrag je Zimmer.

WG-Kosten-Rechner

Häufige Fragen

Wie teilt man die Miete in einer WG fair auf?

Am verbreitetsten: Jeder zahlt den Quadratmeterpreis für sein eigenes Zimmer, die Gemeinschaftsfläche aus Küche, Bad und Flur wird zu gleichen Teilen auf alle Personen verteilt. So zahlt das größere Zimmer mehr, ohne die gemeinsam genutzten Räume allein zu tragen.

Wie berechne ich den Mietanteil nach Zimmergröße?

Mietanteil = Kaltmiete × (Zimmerfläche + Gemeinschaftsfläche ÷ Personen) ÷ Gesamtfläche. Beispiel: 1.200 €, 85 m², 35 m² Gemeinschaftsfläche, 3 Personen, Zimmer 22 m²: 1.200 × (22 + 11,67) ÷ 85 = 475,29 €.

Ist gleich pro Kopf nicht einfacher?

Einfacher ja, fair nur bei ähnlich großen Zimmern. Im Beispiel mit 22, 16 und 12 m² zahlt bei gleicher Teilung das kleinste Zimmer 33,33 € Kaltmiete je m², das größte 18,18 €.

Wie teilt man Nebenkosten in der WG auf?

Strom, Internet, Rundfunkbeitrag, Wasser und Müll meist pro Kopf, weil alle sie gleich nutzen. Heizung und die Betriebskosten-Vorauszahlung eher nach Fläche. Miete und Nebenkosten solltet ihr getrennt verteilen.

Wie viel Zuschlag ist für einen Balkon angemessen?

Feste Regeln gibt es nicht. Als Erfahrungswerte gelten etwa 5 bis 15 % Zuschlag auf die Zimmerfläche für Balkon oder eigenes Bad und 10 bis 20 % Abschlag für Durchgangszimmer oder Straßenlärm. Entscheidend ist, dass alle zustimmen.

Was zahlt ein Paar, das sich ein Zimmer teilt?

Die Zimmerfläche einmal, aber zwei Kopfanteile an der Gemeinschaftsfläche und an allen Kosten, die pro Kopf verteilt werden. Im WG-Kosten-Rechner trägst du dafür beim Zimmer zwei Personen ein.

Wie teilen wir den Rundfunkbeitrag auf?

Der Beitrag fällt einmal pro Wohnung an: 18,36 € im Monat. Eine Person meldet die Wohnung an, alle teilen den Betrag pro Kopf – in einer 3er-WG sind das 6,12 € pro Person und Monat.

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