Die kurze Antwort
Was du verlangen kannst, hängt davon ab, wohin die Küche geht. Bleibt sie stehen und der Nachmieter oder Käufer der Wohnung übernimmt sie, gilt der Zeitwert – bei einer Küche mittlerer Qualität rund 5 % weniger pro Jahr. Muss sie raus, bekommst du deutlich weniger, oft nur einen Bruchteil des Zeitwerts.
Fall 1: Ablöse durch Nachmieter oder Käufer
Das ist der bessere Fall. Die Küche passt, ist angeschlossen und sofort nutzbar. Für den Nachmieter ist sie mehr wert als jede gebrauchte Küche, die er erst einbauen müsste.
| Größe | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Neupreis | Annahme | 12.000 € |
| Restwert nach 8 Jahren | Modell des Rechners, guter Zustand | rund 7.200 € |
| Wertverlust | 12.000 € − 7.200 € | 4.800 € (40 %) |
Beispielwerte aus dem Modell, keine Marktpreise.
Leg deine Rechnung offen: Kaufbeleg, Alter, angenommene Lebensdauer. Ein nachvollziehbarer Betrag wird eher akzeptiert als eine runde Wunschsumme. Verlangst du weit mehr, als die Küche wert ist, kann die Vereinbarung rechtlich angreifbar sein.
Fall 2: Ausbauen und inserieren
Hier konkurrierst du mit vielen anderen gebrauchten Küchen. Käufer rechnen so: Preis plus Transporter plus Helfer plus neue Arbeitsplatte plus Anschlüsse. Was dann noch unter einer neuen Einsteigerküche liegt, ist ihr Budget.
- Maße in die Anzeige: Gesamtlänge jeder Zeile, Höhe der Hochschränke, Position von Spüle und Herd. Ohne Maße meldet sich niemand.
- Aufbauplan beilegen: Der Plan vom Küchenstudio oder eine eigene Skizze hilft dem Käufer beim Wiederaufbau.
- Abbau klären: „Abbau durch Käufer“ senkt den Preis, spart dir aber einen Tag Arbeit. Schreib es eindeutig dazu.
- Termin nennen: Küchen werden meist zu einem festen Auszugstermin frei. Nenn ihn gleich, das filtert passende Interessenten.
Was den Preis hebt
- Funktionierende Markengeräte: Mit Typenbezeichnung und Alter in der Anzeige.
- Saubere Fronten und Scharniere: Eingestellte Türen und gereinigte Griffe kosten eine Stunde.
- Zeitlose Farbe: Weiß, Grau und Holzdekor gehen leichter als kräftige Trendfarben.
- Gerade Zeile: Eine einfache Zeile passt in viele Räume, eine U-Form mit Sondermaßen in wenige.
So läuft die Verhandlung mit dem Nachmieter
Sprich das Thema früh an, am besten bei der Besichtigung. Viele Nachmieter sind froh, keine Küche kaufen zu müssen, wollen aber nicht das Gefühl haben, übervorteilt zu werden. Drei Dinge helfen:
- Nenn den Zeitwert und zeig, wie du ihn gerechnet hast. Der Ausdruck aus dem Rechner und die Rechnung vom Küchenstudio genügen.
- Biete eine Alternative an: Küche ohne Geräte, oder nur die Geräte. Das senkt die Summe und öffnet die Tür für eine Einigung.
- Halte die Vereinbarung schriftlich fest – was übergeben wird, zu welchem Preis, in welchem Zustand, mit Datum und Unterschrift beider Seiten.
Bleibt die Küche in der Wohnung, kläre außerdem mit dem Vermieter, dass sie dem Nachmieter gehört und nicht zur Mietsache wird. Sonst streitet ihr beim nächsten Auszug darüber, wer sie reparieren oder entfernen muss.
Häufige Fehler
- Montage und Lieferung mitrechnen: Sie stecken in der alten Wohnung und sind für den Käufer nichts wert.
- Zu spät inserieren: Wer erst zwei Wochen vor Auszug anbietet, verhandelt unter Zeitdruck. Sechs bis acht Wochen Vorlauf sind realistisch.
- Wasseranschluss vergessen: Beim Ausbau müssen Wasser und Strom fachgerecht getrennt werden. Plane das ein, bevor der Käufer mit dem Transporter kommt.
Wie du den Preis mit anderen Anzeigen abgleichst, steht in Kleinanzeigen: Welchen Preis ansetzen?. Für die Formulierung der Anzeige: So schreibst du eine Anzeige, die verkauft. Und damit nach dem Verkauf nichts nachkommt: Gewährleistung beim Privatverkauf ausschließen.
Rechenwerte stammen aus dem Modell des Rechners und sind Schätzungen ohne Gewähr. Zur Wirksamkeit einer Ablösevereinbarung im Einzelfall berät der Mieterverein.
