Die kurze Antwort
Auf Kleinanzeigen konkurrierst du nicht mit dem Neupreis, sondern mit den anderen Anzeigen für denselben Artikel in deiner Umgebung. Setz deinen Preis in die Mitte der vergleichbaren Angebote, wenn dein Zustand durchschnittlich ist, und darüber nur mit sichtbarem Grund. Wer schnell verkaufen will, geht knapp unter das günstigste vergleichbare Angebot. Bei Preisen mit „VB“ rechnest du den Nachlass vorher ein.
Warum Kleinanzeigen ein eigener Markt ist
Die meisten Verkäufe laufen über Abholung. Das macht den Markt regional: Ein Sofa in einer Großstadt hat hunderte mögliche Käufer im Umkreis, dasselbe Sofa auf dem Land eine Handvoll. Der Preis, den du anderswo im Internet siehst, hilft dir deshalb nur begrenzt. Entscheidend ist, was bei dir vor Ort angeboten und gekauft wird.
Bei kleinen, leichten Dingen, die sich verschicken lassen, weitet sich der Markt auf ganz Deutschland aus – dann aber auch die Konkurrenz.
So findest du deinen Preis in fünf Minuten
- Such deinen eigenen Artikel. Marke und Modell so eingeben, wie ein Käufer es tun würde.
- Umkreis eingrenzen. Für sperrige Dinge den Radius, in dem jemand realistisch abholt. Für Versandware ohne Ortsfilter.
- Nur Vergleichbares zählen. Gleiche Ausführung, ähnliches Alter, ähnlicher Zustand. Gewerbliche Angebote mit Garantie und Rechnung sind kein Maßstab für einen Privatverkauf.
- Preise notieren und sortieren. Fünf bis zehn reichen. Die Mitte der Reihe ist dein Ausgangswert.
- Auf das Einstelldatum achten. Was seit Wochen online steht, hat seinen Preis offenbar nicht gefunden. Frische Anzeigen und solche, die schnell wieder verschwinden, sagen mehr.
Gibt es gar keine vergleichbaren Anzeigen, hilft die Rechnung vom Neupreis her – siehe Gebrauchtpreis berechnen.
Wo du dich einordnest
| Dein Ziel | Position | Was du dafür brauchst |
|---|---|---|
| Schnell weg | Knapp unter dem günstigsten vergleichbaren Angebot | Nichts – der Preis verkauft |
| Fairer Preis in normaler Zeit | Mitte der Vergleichsangebote | Gute Fotos, vollständige Beschreibung |
| Bestpreis mit Geduld | Oberes Drittel | Sehr guter Zustand, Zubehör, Rechnung – und Zeit |
Festpreis oder VB
Beim Einstellen wählst du zwischen einem festen Preis und „VB“ – Verhandlungsbasis. Mit VB zeigst du, dass du über den Preis reden lässt.
- VB lohnt sich, wenn du den Marktwert nicht genau kennst oder bei höheren Beträgen, bei denen ohnehin gehandelt wird. Schlag den erwarteten Nachlass vorher auf.
- Festpreis passt, wenn dein Preis schon knapp kalkuliert ist oder du keine Lust auf Verhandlungen hast. Rechne trotzdem mit Gegenangeboten – sie kommen auch bei Festpreis.
Wie viel du aufschlägst, steht mit Formel und Beispielen in Verkaufspreis berechnen. Die Entscheidung im Detail: Festpreis oder VB? Und für den Moment, in dem die ersten Gegenangebote kommen: Richtig verhandeln.
Ein Beispiel
Angenommen, du verkaufst eine vier Jahre alte Waschmaschine, die neu 600 € gekostet hat. Der Waschmaschinen-Wertverlust-Rechner kommt im Modell auf rund 360 € Zeitwert. In deiner Stadt findest du fünf vergleichbare Anzeigen zu frei angenommenen Preisen:
| Anzeige | Preis | Online seit |
|---|---|---|
| A | 180 € VB | 2 Tagen |
| B | 220 € | 1 Woche |
| C | 250 € VB | 3 Tagen |
| D | 290 € VB | 5 Wochen |
| E | 350 € | 2 Monaten |
Die Mitte liegt bei 250 € – deutlich unter dem Zeitwert. Das ist bei Hausgeräten normal: Käufer tragen das Risiko ohne Garantie und müssen selbst transportieren. Die beiden teuersten Anzeigen stehen seit Wochen. Ein sinnvoller Ansatz wäre 260 € VB mit einem Mindestpreis von 220 €. Der Marktwert schlägt hier die Rechnung.
Typische Fehler
- Vom eigenen Kaufpreis ausgehen. Was du bezahlt hast, interessiert den Käufer nicht.
- Mondpreis mit VB. Ein weit überhöhter Preis schreckt ab, auch wenn „VB“ dabeisteht. Viele schreiben dann gar nicht erst.
- Preis in kleinen Schritten senken. Fünf Euro weniger ändern nichts. Wenn, dann spürbar.
- Zu billig aus Ungeduld. Kommen in der ersten Stunde zehn Anfragen, war der Preis zu niedrig. Du darfst ihn anpassen, solange du niemandem zugesagt hast.
Preis später ändern
Den Preis kannst du in der Anzeige jederzeit bearbeiten. Nutze das: Starte in der Mitte, beobachte eine Woche lang Aufrufe und Anfragen und korrigiere dann. Bei Dingen, die du nur loswerden willst, ist die Kategorie zum Verschenken oft der schnellste Weg – eine Abholung am selben Tag spart dir die Fahrt zum Wertstoffhof.
Wann sich eine Senkung lohnt und um wie viel, steht in Wann den Preis reduzieren? Wie die Anzeige selbst besser wird: So schreibst du eine Anzeige, die verkauft.
machsklar.de steht in keiner Verbindung zu Kleinanzeigen. Funktionen und Bedingungen der Plattform können sich ändern; maßgeblich sind die Angaben dort. Preise im Beispiel sind frei gewählt.
