Altersvorsorgedepot oder normales ETF-Depot?

Altersvorsorgedepot vs. ETF-Depot: Zulagen und Steuer gegen Flexibilität. Beispiele mit 30 €, 150 € und Kindern – und warum die Kombination oft am besten ist.

Hand mit Smartphone vor einem Laptop und ausgedruckten Finanzdiagrammen
Bild möglicherweise ganz oder teilweise KI-generiert.

Nach Steuern bringt das Altersvorsorgedepot meist mehr als ein normales ETF-Depot: bei 150 € im Monat von 30 bis 67 und 6 % Rendite rund 27.000 €, mit zwei kleinen Kindern bei 50 € im Monat sogar rund 46.000 € mehr. Dafür ist das Geld bis 65 gebunden. Für viele am besten: gefördert sparen bis zur Zulagengrenze, den Rest flexibel im ETF-Depot.

Altersvorsorgedepot oder ETF-Depot: die kurze Antwort

Rein nach Steuern liegt das Altersvorsorgedepot meist vorn – oft deutlich, sobald Kinder im Spiel sind. Beispiel: 150 € im Monat ab 30 bis 67, 6 % Rendite. Das Vorsorgedepot liegt nach Steuern rund 27.000 € vor dem normalen ETF-Depot, obwohl es teurer ist und im Alter voll versteuert wird. Der Preis: Das Geld ist bis zur Rente gebunden. Für viele ist deshalb beides die beste Lösung.

Mit deinen Zahlen: Altersvorsorgedepot-Rechner.

Der direkte Vergleich

MerkmalAltersvorsorgedepotNormales ETF-Depot
Staatliche Zulagebis 540 € + 300 € je Kind im Jahrkeine
Steuer in der Ansparphasekeine, Beiträge absetzbarVorabpauschale, Steuer auf Ausschüttungen
Steuer bei Auszahlungpersönlicher Steuersatz auf alles26,375 % nur auf Gewinne, 30 % davon frei
Zugrifferst ab 65 (Auflösung kostet die Förderung)jederzeit
AuszahlungPlan bis mind. 85 oder Leibrente, 30 % auf einmalfrei
Vererbenan Partner ohne Abzug, sonst Zulagen zurückohne Einschränkung
Kostenje nach Anbieter, Standarddepot max. 1 %Welt-ETF oft 0,1–0,3 %

Drei Beispiele

Start mit 30, Auszahlung ab 67, 6 % Rendite. Kosten 0,5 % im Vorsorgedepot, 0,2 % im ETF-Depot. Steuersatz im Alter 20 %, heute 30 %. Beide Depots mit demselben Eigenbeitrag.

FallVorsorgedepot nach SteuerETF-Depot nach Steuer
30 €/Monatrund 49.900 €rund 39.400 €
150 €/Monatrund 216.800 € + 6.000 € Steuererstattungrund 195.700 €
50 €/Monat, zwei Kinder (2 und 5)rund 111.800 €rund 65.400 €

Die Kinderzulage ist der stärkste Hebel: Bei 50 € im Monat schießt der Staat mit zwei kleinen Kindern fast genauso viel zu, wie du selbst einzahlst.

Wann das Vorsorgedepot klar gewinnt

  • Mit Kindern: bis 300 € je Kind und Jahr, Euro für Euro.
  • Mit kleinen Beiträgen: 30 € im Monat bringen 50 % Zulage.
  • Mit hohem Steuersatz heute und niedrigerem im Alter: Der Sonderausgabenabzug bringt zusätzlich Geld zurück.
  • Unter 25: 200 € Berufseinsteigerbonus und die meiste Zeit für Zinseszins.

Wann das normale ETF-Depot besser passt

  • Für Geld, das du vor 65 brauchen könntest: Notgroschen, Auto, Wohnung, Auszeit.
  • Bei hohen Kosten im Vorsorgedepot: Ab etwa 1,5 % laufenden Kosten schmilzt der Vorteil bei großen Beiträgen schnell.
  • Für Beträge über 1.800 € im Jahr: Darüber gibt es keine Zulage mehr.
  • Bei hohem Steuersatz im Alter, etwa durch Mieteinnahmen oder eine Pension.
  • Wenn du frei vererben willst und keinen Ehe- oder Lebenspartner hast.

Die Kombination

Für viele sinnvoll: den geförderten Teil ins Vorsorgedepot – 30 € für die beste Quote oder 150 € für die volle Zulage – und alles darüber hinaus ins flexible ETF-Depot. So nimmst du die Förderung mit, ohne dein ganzes Vermögen bis 65 festzulegen. Wie viel du insgesamt sparen solltest, zeigt der Ratgeber Rentenlücke mit ETF schließen.

Was dieser Text nicht ersetzt

Keine Anlage- oder Steuerberatung. Die Beispiele sind Modellrechnungen mit fester Rendite, ohne Vorabpauschale und ohne Inflation. Konkrete Anbieterkosten stehen erst ab 2027 fest.

Kurz zusammengefasst

Das Altersvorsorgedepot bringt nach Steuern meist mehr, vor allem mit Kindern und kleinen Beiträgen. Das normale ETF-Depot bleibt flexibel. Gefördert sparen bis zur Zulagengrenze, den Rest frei anlegen – und die eigenen Zahlen im Altersvorsorgedepot-Rechner prüfen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand: Oktober 2026.

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Altersvorsorgedepot-Rechner

Häufige Fragen

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot?

Meist ja, vor allem mit Kindern, kleinen Beiträgen ab 30 € im Monat oder hohem Steuersatz heute. Der Vorteil kommt aus den Zulagen. Im Altersvorsorgedepot-Rechner siehst du deinen Fall.

Wann ist ein normales ETF-Depot besser?

Für Geld, das du vor 65 brauchen könntest, für Beträge über 1.800 € im Jahr, bei hohen Produktkosten oder hohem Steuersatz im Alter.

Kann ich beides kombinieren?

Ja. Den geförderten Teil bis 1.800 € im Jahr ins Altersvorsorgedepot, alles darüber ins flexible ETF-Depot. So nimmst du die Zulagen mit, ohne alles festzulegen.

Warum wird das Vorsorgedepot voll versteuert?

Weil Beiträge steuerlich absetzbar sind und Erträge in der Ansparphase steuerfrei bleiben. Besteuert wird erst die Auszahlung mit dem persönlichen Steuersatz, der im Alter meist niedriger ist.

Was kostet ein Altersvorsorgedepot?

Das hängt vom Anbieter ab. Das Standarddepot ist auf 1 % Effektivkosten im Jahr begrenzt. Freie Depots mit günstigen ETFs dürften deutlich darunter liegen. Konkrete Angebote gibt es ab 2027.

Was passiert mit dem Geld im Todesfall?

Ehe- oder Lebenspartner können es ohne Abzug in den eigenen Vertrag übernehmen. Andere Erben müssen die Zulagen zurückzahlen. Ein normales ETF-Depot wird ohne Einschränkung vererbt.

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