Altersvorsorgedepot oder ETF-Depot: die kurze Antwort
Rein nach Steuern liegt das Altersvorsorgedepot meist vorn – oft deutlich, sobald Kinder im Spiel sind. Beispiel: 150 € im Monat ab 30 bis 67, 6 % Rendite. Das Vorsorgedepot liegt nach Steuern rund 27.000 € vor dem normalen ETF-Depot, obwohl es teurer ist und im Alter voll versteuert wird. Der Preis: Das Geld ist bis zur Rente gebunden. Für viele ist deshalb beides die beste Lösung.
Mit deinen Zahlen: Altersvorsorgedepot-Rechner.
Der direkte Vergleich
| Merkmal | Altersvorsorgedepot | Normales ETF-Depot |
|---|---|---|
| Staatliche Zulage | bis 540 € + 300 € je Kind im Jahr | keine |
| Steuer in der Ansparphase | keine, Beiträge absetzbar | Vorabpauschale, Steuer auf Ausschüttungen |
| Steuer bei Auszahlung | persönlicher Steuersatz auf alles | 26,375 % nur auf Gewinne, 30 % davon frei |
| Zugriff | erst ab 65 (Auflösung kostet die Förderung) | jederzeit |
| Auszahlung | Plan bis mind. 85 oder Leibrente, 30 % auf einmal | frei |
| Vererben | an Partner ohne Abzug, sonst Zulagen zurück | ohne Einschränkung |
| Kosten | je nach Anbieter, Standarddepot max. 1 % | Welt-ETF oft 0,1–0,3 % |
Drei Beispiele
Start mit 30, Auszahlung ab 67, 6 % Rendite. Kosten 0,5 % im Vorsorgedepot, 0,2 % im ETF-Depot. Steuersatz im Alter 20 %, heute 30 %. Beide Depots mit demselben Eigenbeitrag.
| Fall | Vorsorgedepot nach Steuer | ETF-Depot nach Steuer |
|---|---|---|
| 30 €/Monat | rund 49.900 € | rund 39.400 € |
| 150 €/Monat | rund 216.800 € + 6.000 € Steuererstattung | rund 195.700 € |
| 50 €/Monat, zwei Kinder (2 und 5) | rund 111.800 € | rund 65.400 € |
Die Kinderzulage ist der stärkste Hebel: Bei 50 € im Monat schießt der Staat mit zwei kleinen Kindern fast genauso viel zu, wie du selbst einzahlst.
Wann das Vorsorgedepot klar gewinnt
- Mit Kindern: bis 300 € je Kind und Jahr, Euro für Euro.
- Mit kleinen Beiträgen: 30 € im Monat bringen 50 % Zulage.
- Mit hohem Steuersatz heute und niedrigerem im Alter: Der Sonderausgabenabzug bringt zusätzlich Geld zurück.
- Unter 25: 200 € Berufseinsteigerbonus und die meiste Zeit für Zinseszins.
Wann das normale ETF-Depot besser passt
- Für Geld, das du vor 65 brauchen könntest: Notgroschen, Auto, Wohnung, Auszeit.
- Bei hohen Kosten im Vorsorgedepot: Ab etwa 1,5 % laufenden Kosten schmilzt der Vorteil bei großen Beiträgen schnell.
- Für Beträge über 1.800 € im Jahr: Darüber gibt es keine Zulage mehr.
- Bei hohem Steuersatz im Alter, etwa durch Mieteinnahmen oder eine Pension.
- Wenn du frei vererben willst und keinen Ehe- oder Lebenspartner hast.
Die Kombination
Für viele sinnvoll: den geförderten Teil ins Vorsorgedepot – 30 € für die beste Quote oder 150 € für die volle Zulage – und alles darüber hinaus ins flexible ETF-Depot. So nimmst du die Förderung mit, ohne dein ganzes Vermögen bis 65 festzulegen. Wie viel du insgesamt sparen solltest, zeigt der Ratgeber Rentenlücke mit ETF schließen.
Was dieser Text nicht ersetzt
Keine Anlage- oder Steuerberatung. Die Beispiele sind Modellrechnungen mit fester Rendite, ohne Vorabpauschale und ohne Inflation. Konkrete Anbieterkosten stehen erst ab 2027 fest.
Kurz zusammengefasst
Das Altersvorsorgedepot bringt nach Steuern meist mehr, vor allem mit Kindern und kleinen Beiträgen. Das normale ETF-Depot bleibt flexibel. Gefördert sparen bis zur Zulagengrenze, den Rest frei anlegen – und die eigenen Zahlen im Altersvorsorgedepot-Rechner prüfen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand: Oktober 2026.
