Die Frist hängt an der Mindestlaufzeit
Einen Handyvertrag kündigen (Telekom, Vodafone, O2 und andere) ist zuerst eine Frage der Mindestlaufzeit. Für Verbraucher regelt das Telekommunikationsgesetz (TKG) die Eckpunkte:
- Während der Mindestlaufzeit gilt die Kündigungsfrist aus deinem Vertrag. Die Mindestlaufzeit darf höchstens 24 Monate betragen (§ 56 Abs. 1 TKG).
- Nach der Mindestlaufzeit darf sich der Vertrag zwar automatisch verlängern, du kannst ihn dann aber jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen (§ 56 Abs. 3 TKG). Die Kündigung darf dich nichts kosten.
Die Monatsfrist gilt nach Angaben der Verbraucherzentralen auch für Verträge, die vor Dezember 2021 geschlossen wurden, sobald deren Mindestlaufzeit vorbei ist. Prepaid-Tarife ohne Laufzeit sind oft noch kürzer kündbar – das steht in den Tarifbedingungen.
Kündigungstermin ausrechnen
Mit dem Vertragsende-Rechner bestimmst du das Datum, zu dem deine Kündigung wirkt:
- Nach der Mindestlaufzeit: Frist 1 Monat, Ausrichtung „ab Zugang“. Geht die Kündigung am 10. März beim Anbieter ein, endet der Vertrag am 10. April.
- Innerhalb der Mindestlaufzeit: die Frist aus deinem Vertrag zum Ende der Laufzeit, oft „1 Monat“ oder bei älteren Verträgen „3 Monate“ vor Ablauf.
Der Rechner kennt keine Anbieter-AGB und keine Logins. Er rechnet nur mit der Frist, die du einträgst.
Kündigungsrecht beim Handyvertrag: die Sonderfälle
Neben der ordentlichen Kündigung kennt das Kündigungsrecht beim Handyvertrag einige Fälle, in denen du früher oder ohne Frist aus dem Vertrag kommst.
Preiserhöhung oder Vertragsänderung
Ändert der Anbieter den Vertrag einseitig, etwa durch eine Preiserhöhung, darfst du ohne Kündigungsfrist und ohne Kosten kündigen (§ 57 Abs. 1 TKG). Dafür hast du drei Monate Zeit, nachdem dich der Anbieter über die Änderung informiert hat. Der Anbieter muss dich ein bis zwei Monate vorher darüber unterrichten. Ausgenommen sind Änderungen, die ausschließlich zu deinem Vorteil sind, rein administrativ ohne Nachteil oder gesetzlich vorgeschrieben.
Zu langsames mobiles Internet
Weicht die Datenrate erheblich und regelmäßig von den Angaben im Vertrag ab, kannst du das Entgelt mindern oder außerordentlich kündigen (§ 57 Abs. 4 TKG). Den Nachweis musst du mit dem Messverfahren der Bundesnetzagentur führen. Für den Mobilfunk gibt es dafür seit dem 20. April 2026 eigene Regeln und die kostenlose App „Nachweisverfahren Mobilfunk“. Ab welcher Abweichung eine Minderleistung vorliegt, legt die Bundesnetzagentur in ihrer Allgemeinverfügung fest.
Umzug
Das Sonderkündigungsrecht bei Umzug (§ 60 TKG) greift nur, wenn der Anbieter seine Leistung am neuen Wohnort nicht erbringen kann. Für Festnetz und DSL ist das ein häufiger Fall; ein Mobilfunkvertrag funktioniert in der Regel auch am neuen Wohnort, deshalb hilft der Umzug hier meist nicht.
Widerruf ist keine Kündigung
Hast du den Vertrag online oder am Telefon geschlossen, kannst du ihn in der Regel innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Das ist ein eigenes Recht und keine ordentliche Kündigung – dafür ist der Rechner nicht gebaut.
So kündigst du richtig
- Vertragsdaten bereitlegen: Kundennummer, Rufnummer, Ende der Mindestlaufzeit.
- Kündigungsweg wählen: Wurde der Vertrag online abgeschlossen, muss der Anbieter auf seiner Website einen gut sichtbaren Kündigungsbutton anbieten (§ 312k BGB). Alternativ schriftlich oder in Textform, je nach Vertrag.
- Bestätigung sichern: Bei einer Kündigung über den Button muss der Anbieter den Eingang sofort bestätigen. Bewahre die Bestätigung mit Datum und Uhrzeit auf – bei anderen Wegen ein Sendeprotokoll oder Einschreiben.
- Rufnummer mitnehmen: Wenn du die Nummer behalten willst, beantragst du die Mitnahme beim neuen Anbieter.
Rufnummer mitnehmen
Die Mitnahme der Handynummer ist im TKG geregelt (§ 59). Für die Portierung dürfen dir keine direkten Entgelte berechnet werden. Bei Mobilfunk kannst du die Mitnahme jederzeit verlangen, auch vor dem Vertragsende. Der alte Vertrag läuft dann bis zu seinem regulären Ende weiter und muss bezahlt werden, nur ohne die alte Nummer. Verzögert sich die Mitnahme nach der Kündigung, steht dir eine Entschädigung zu.
Was der Rechner nicht weiß
- Aktuelle AGB von Telekom, Vodafone, O2, 1&1, congstar oder Magenta.
- Ob ein Sonderkündigungsrecht in deinem Fall greift.
- Ratenzahlungen für ein Handy, die über einen separaten Vertrag weiterlaufen können.
Streaming und Mitgliedschaft extra
Netflix, Prime, Disney+: oft monatlich im Konto – trotzdem Frist im Abo-Ratgeber einordnen. ADAC: 3 Monate zur Beitragsperiode. Versicherung: zum Versicherungsjahr. Überblick: Kündigen.
Kurz zusammengefasst
Innerhalb der Mindestlaufzeit gilt die Vertragsfrist, danach jederzeit ein Monat. Bei Preiserhöhungen kannst du binnen drei Monaten fristlos kündigen, bei nachgewiesener Minderleistung des mobilen Internets ebenfalls. Die Nummer nimmst du kostenlos mit. Das genaue Enddatum rechnet der Vertragsende-Rechner.
Quellen: Telekommunikationsgesetz §§ 56, 57, 59, 60 und BGB § 312k (gesetze-im-internet.de); Bundesnetzagentur, Pressemitteilung vom 15. April 2026 zum Nachweis einer Minderleistung im Mobilfunk. Keine Rechtsberatung; im Einzelfall Vertrag prüfen oder die Verbraucherzentrale fragen. Angaben ohne Gewähr, Stand Oktober 2026.
Telekom, Vodafone, O2, Magenta und weitere Anbieternamen sind Marken der jeweiligen Unternehmen. machsklar.de ist unabhängig und steht zu keinem Mobilfunkanbieter in geschäftlicher Verbindung.
