Weihnachtstraditionen in Deutschland: Bräuche im Überblick

Adventskranz, Barbarazweige, Nikolaus, Christkind und Kartoffelsalat: die wichtigsten Weihnachtsbräuche in Deutschland, ihre Herkunft und alle Termine 2026.

Adventskranz im Aufbau mit Tannengrün und roten Kerzen, von oben
Bild möglicherweise ganz oder teilweise KI-generiert.

Typische Weihnachtstraditionen in Deutschland sind Adventskranz und Adventskalender, Barbarazweige am 4. Dezember, Nikolaus am 6. Dezember sowie Baum, Kirche und Bescherung an Heiligabend. Beim Essen ist Kartoffelsalat mit Würstchen verbreitet. Ob Christkind oder Weihnachtsmann die Geschenke bringt, hängt oft von Region und Familie ab.

Der Weihnachtskalender 2026

Datum 2026AnlassTypischer Brauch
So., 29. November1. AdventErste Kerze am Adventskranz
Di., 1. DezemberStart des KalendersErstes Türchen öffnen
Fr., 4. DezemberBarbaratagZweige ins Wasser stellen
So., 6. DezemberNikolaus und 2. AdventGeputzte Stiefel vor der Tür
So., 13. Dezember3. AdventDritte Kerze
So., 20. Dezember4. AdventVierte Kerze
Do., 24. DezemberHeiligabendKirche, Essen, Bescherung
Fr., 25. und Sa., 26. DezemberWeihnachtsfeiertageFamilie, Festessen

Der 24. Dezember ist kein gesetzlicher Feiertag. Der 25. und 26. Dezember sind es bundesweit. Alle Termine nach Bundesland stehen im Feiertagskalender, die Zeit bis zum Fest zählt der Countdown-Rechner.

Advent: Kranz, Kalender und Plätzchen

Adventskranz: Er geht auf den Hamburger Theologen Johann Hinrich Wichern zurück. Er soll 1839 einen Kranz mit vielen Kerzen für die Kinder eines Rettungshauses aufgestellt haben. Das Goethe-Institut nennt ursprünglich 23 Kerzen, heute sind es meist vier. Tannengrün kam erst später hinzu.

Adventskalender: Laut Schwäbischer Zeitung nähte die Mutter des späteren Verlegers Gerhard Lang ihm 24 Gebäckstücke auf einen Karton. 1908 brachte er den Kalender „Im Lande des Christkindes“ heraus. Andere Quellen nennen frühere Vorläufer. Welcher Kalender zu wem passt, liest du im Kalender-Vergleich.

Plätzchen und Weihnachtsmarkt: Backen, Stollen, Lebkuchen und der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt gehören für viele zur Vorweihnachtszeit. In einer Statista-Umfrage von 2024 nannten 61 % Kekse, Stollen oder Lebkuchen und 62 % Geschenke als Teil der Weihnachtszeit.

Barbarazweige und Nikolaus

Barbarazweige (4. Dezember): Du schneidest Zweige von Kirsche, Apfel oder Forsythie und stellst sie in die warme Wohnung. Blühen sie an Weihnachten, gilt das als gutes Zeichen. Der Brauch geht auf die Legende der heiligen Barbara zurück.

Nikolaus (6. Dezember): Kinder stellen abends geputzte Stiefel vor die Tür und finden morgens Süßes, Nüsse oder Obst darin. Der Tag erinnert an Bischof Nikolaus von Myra. Regional begleitet ihn eine dunkle Gestalt wie Knecht Ruprecht.

Christkind oder Weihnachtsmann?

Laut einem Beitrag der Universität Innsbruck verlegte Martin Luther, der die Heiligenverehrung ablehnte, die Bescherung 1535 vom Nikolaustag auf Weihnachten. Daraus entstand das Christkind, das nicht das Jesuskind in der Krippe darstellt, sondern eine Figur aus Krippenspielen. Traditionell bringt es vor allem im Süden und Westen die Geschenke, der Weihnachtsmann eher im Norden und Osten. Die Grenzen sind fließend.

Auch die Erzählung, Coca-Cola habe den Weihnachtsmann erfunden, stimmt nicht. Das bekannte Bild prägte unter anderem der aus Deutschland stammende Zeichner Thomas Nast lange vor den Werbekampagnen.

Heiligabend: Baum, Kirche, Bescherung

Der Baum wird oft erst kurz vor dem Fest geschmückt. Viele Familien besuchen Gottesdienst oder Krippenspiel, singen gemeinsam und bescheren am Abend. Beim Essen ist Bodenständiges verbreitet: Kartoffelsalat mit Würstchen. Das Goethe-Institut erklärt das damit, dass früher am Vormittag noch gearbeitet wurde und wenig Zeit zum Kochen blieb.

Weitere Bräuche und regionale Besonderheiten

  • Wichteln und Wunschzettel: Beim Wichteln zieht jeder einen Namen und beschenkt eine Person. Ideen für Geschenke findest du unter Geschenkideen zu Weihnachten.
  • Festessen: An den Feiertagen sind in vielen Familien Gans, Ente oder Braten üblich.
  • Erzgebirge: Schwibbögen, Räuchermännchen und Nussknacker prägen die Region und sind weit darüber hinaus bekannt.
  • Weihnachtsfilme und Karten: Auch Filme und Weihnachtsgrüße gehören laut Stuttgarter Zeitung für viele zum Fest.

Eine feste Pflichtliste gibt es nicht. Bräuche unterscheiden sich nach Region, Glaube und Familie. Such dir aus, was zu euch passt.

Datenstand: 30. Oktober 2026. Zur Geschichte einiger Bräuche gibt es abweichende Darstellungen. Die Angaben zum Ursprung sind deshalb als Überlieferung zu verstehen.

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Countdown-Rechner

Häufige Fragen

Welche Weihnachtstraditionen gibt es in Deutschland?

Dazu gehören Adventskranz, Adventskalender, Weihnachtsmarkt, Barbarazweige, Nikolaus, Weihnachtsbaum, Gottesdienst, Bescherung und ein Festessen. Sie unterscheiden sich nach Region und Familie.

Wann ist Bescherung in Deutschland?

In der Regel am Abend des 24. Dezember. Der Tag selbst ist kein gesetzlicher Feiertag, der 25. und 26. Dezember sind es.

Woher kommt das Christkind?

Laut einem Beitrag der Universität Innsbruck verlegte Martin Luther die Bescherung 1535 vom Nikolaustag auf Weihnachten. Daraus entwickelte sich die Figur des Christkinds.

Warum isst man an Heiligabend Kartoffelsalat?

Das Goethe-Institut erklärt es damit, dass früher am Vormittag noch gearbeitet wurde und deshalb wenig Zeit zum Kochen blieb.

Wann ist 2026 der erste Advent?

Am Sonntag, 29. November 2026. Der vierte Advent fällt auf den 20. Dezember.

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