Die kurze Antwort
Um den Pflaster-Unterbau zu berechnen, multiplizierst du die Fläche mit der Stärke jeder Schicht: Volumen (m³) = Fläche (m²) × Schichtdicke (m). Für die Bestellung kommen zwei Schritte dazu: ein Zuschlag, weil Schotter beim Verdichten zusammensackt, und die Umrechnung in Tonnen, weil Schüttgut meist nach Gewicht verkauft wird.
Beispiel Terrasse mit 20 m²: 20 cm Schottertragschicht sind 4 m³ fertig verdichtet, das sind grob 8 t Schotter. Dazu kommen 4 cm Splittbett mit rund 1,3 t Splitt.
So ist ein Pflasteraufbau aufgebaut
Von oben nach unten besteht eine gepflasterte Fläche aus vier Lagen:
| Schicht | Material | Aufgabe |
|---|---|---|
| Pflasterdecke | Pflastersteine oder Platten, 4–8 cm | Nutzfläche |
| Bettung | Splitt oder Brechsand-Splitt-Gemisch, z. B. 0/5 oder 2/5 mm | Steine eben auflegen und ausrichten |
| Tragschicht | Schotter- oder Mineralgemisch, z. B. 0/32 oder 0/45 mm | Last verteilen, Wasser ableiten, frostsicher |
| Planum | Verdichteter Untergrund mit Gefälle | Tragfähige Basis |
Die Zahlen hinter den Körnungen bedeuten die kleinste und größte Korngröße in Millimetern. Ein Gemisch mit Feinanteil wie 0/32 lässt sich gut verdichten; reiner Splitt ohne Feinanteil (z. B. 2/5) bleibt wasserdurchlässig.
Wie dick muss der Unterbau sein?
Die Stärke der Tragschicht hängt von der Belastung und vom Boden ab. Für private Flächen gelten diese Werte als verbreitete Orientierung:
| Fläche | Tragschicht | Bettung | Steinhöhe |
|---|---|---|---|
| Gartenweg, nur begangen | 15–20 cm | 3–5 cm | 4–6 cm |
| Terrasse | 20–30 cm | 3–5 cm | 4–6 cm |
| Einfahrt, Stellplatz für PKW | 30–40 cm | 3–5 cm | 8 cm |
Bei lehmigem, schlecht durchlässigem Boden und in frostreichen Lagen eher zum oberen Wert greifen. Für befahrene Flächen beschreiben die technischen Regelwerke RStO und ZTV Pflaster-StB den Aufbau genauer – bei Einfahrten mit Lieferverkehr, Hanglagen oder unklarem Untergrund lohnt ein Blick vom Fachbetrieb.
Aushubtiefe berechnen
Bevor du Material bestellst, steht die Frage, wie tief du ausheben musst. Die Aushubtiefe ist die Summe aller Schichten:
Aushubtiefe = Steinhöhe + Bettung + Tragschicht
- Terrasse: 6 cm + 4 cm + 20 cm = 30 cm
- Einfahrt: 8 cm + 4 cm + 30 cm = 42 cm
Auch der Aushub will entsorgt werden. Gewachsener Boden lockert sich beim Ausbaggern auf und nimmt dann mehr Platz ein als vorher – plane für Container oder Anhänger rund ein Viertel mehr Volumen ein, als du im Boden ausgehoben hast. 30 m² Einfahrt mit 42 cm Tiefe sind 12,6 m³ Boden und lose eher 15–16 m³.
Schotter berechnen: Volumen, Verdichtung, Tonnen
Schritt 1: Volumen der fertigen Schicht
Fläche × Dicke in Metern. 30 m² × 0,30 m = 9 m³ verdichtete Tragschicht. Genau diesen Wert zeigt auch der Pflaster-Rechner.
Schritt 2: Zuschlag für das Verdichten
Lose geschütteter Schotter wird mit der Rüttelplatte deutlich dichter. Als Erfahrungswert brauchst du etwa 20–30 % mehr loses Material, als die fertige Schicht Volumen hat. Aus 9 m³ werden so rund 11–12 m³ lose.
Schritt 3: In Tonnen umrechnen
Baustoffhändler verkaufen Schotter meist nach Tonnen. Mit einer Schüttdichte von grob 1,5–1,7 t pro m³ (lose) ergibt sich eine praktische Faustformel:
Tonnen Schotter ≈ verdichtetes Volumen in m³ × 2
Für die Einfahrt: 9 m³ × 2 ≈ 18 t. Die genaue Schüttdichte deines Materials nennt dir der Lieferant – sie hängt von Gestein und Körnung ab.
Splitt für die Bettung berechnen
Das Splittbett wird nur abgezogen und erst mit den Steinen zusammen abgerüttelt. Rechne deshalb mit dem Volumen plus etwa 10 % Reserve und einer Schüttdichte von rund 1,4–1,6 t/m³:
| Fläche | Bettung | Volumen + 10 % | Gewicht grob |
|---|---|---|---|
| 10 m² Weg | 4 cm | 0,44 m³ | ca. 0,7 t |
| 20 m² Terrasse | 4 cm | 0,88 m³ | ca. 1,3 t |
| 30 m² Einfahrt | 4 cm | 1,32 m³ | ca. 2 t |
Für die Fugen brauchst du zusätzlich Fugensand oder feinen Fugensplitt. Die Menge hängt von Fugenbreite und Steinhöhe ab und steht meist auf dem Sack.
Gefälle gleich im Unterbau anlegen
Damit Regenwasser abläuft, braucht die Fläche ein Gefälle vom Haus weg. Üblich sind etwa 2 %, also 2 cm Höhenunterschied pro Meter. Bei einer 5 m langen Terrasse liegt das äußere Ende damit 10 cm tiefer als die Hauswand.
Das Gefälle gehört schon ins Planum und in die Tragschicht – nicht erst ins Splittbett. Eine unterschiedlich dicke Bettung setzt sich ungleichmäßig, und es entstehen Pfützen.
Komplettbeispiel: Einfahrt 30 m²
| Position | Rechnung | Bestellmenge grob |
|---|---|---|
| Aushub | 30 m² × 0,42 m = 12,6 m³ | 15–16 m³ lose |
| Schotter 0/32, 30 cm | 30 × 0,30 = 9 m³ verdichtet | ca. 18 t |
| Splitt 2/5, 4 cm | 30 × 0,04 × 1,1 = 1,32 m³ | ca. 2 t |
| Pflaster 8 cm | siehe Steinberechnung | Fläche + Verschnitt |
Wie viele Steine obendrauf kommen, rechnet der Ratgeber Pflastersteine berechnen Schritt für Schritt vor.
Praxistipps für den Einbau
- In Lagen verdichten: Dicke Tragschichten nicht auf einmal, sondern in Lagen von etwa 10–15 cm einbauen und jede Lage abrütteln.
- Randsteine vor dem Splitt setzen: Sie halten Bettung und Pflaster seitlich in Form. Für den Beton der Rückenstütze hilft Betonmenge berechnen.
- Vlies bei bindigem Boden: Ein Geotextil zwischen Planum und Schotter verhindert, dass sich Lehm und Tragschicht vermischen.
- Schüttgut liefern lassen: 18 t Schotter wären mit dem PKW-Anhänger viele Fahrten. Eine LKW-Lieferung ist meist einfacher – Zufahrt und Abladestelle vorher klären.
Kurz zusammengefasst
Volumen jeder Schicht ist Fläche × Dicke. Für Schotter 20–30 % Verdichtungszuschlag einplanen – als Faustformel ergibt verdichtetes Volumen × 2 die Tonnen. Splitt mit 10 % Reserve bestellen, Gefälle schon im Unterbau anlegen. Die Volumen der fertigen Schichten liefert der Pflaster-Rechner.
Alle Angaben ohne Gewähr. Richtwerte für private Flächen, keine Bemessung nach RStO. Schüttdichten beim Lieferanten erfragen; bei befahrenen Flächen und schwierigem Untergrund den Fachbetrieb hinzuziehen.
