Was beim Drucken entsteht
Beim Erhitzen von Kunststoff werden flüchtige Stoffe und sehr feine Partikel frei. Ein Beitrag des Bundesinstituts für Risikobewertung zur Fachtagung „Innenraumluft 2024“ beschreibt das für Extrusionsdrucker und hält weitere Untersuchungen zu Freisetzung, Exposition und Risikobewertung für nötig. Eine einfache Grenze wie „so viele Stunden sind sicher“ gibt es deshalb nicht.
ABS und PLA im Vergleich
| Merkmal | ABS | PLA |
|---|---|---|
| Leitsubstanz in Studien | Styrol | Lactid |
| Typische Empfehlung | Lüftung, möglichst Gehäuse mit Abluft | Gute Raumlüftung |
| Partikelzahl | In einer frühen Studie rund zehnmal höher | Niedriger, aber nicht null |
| Eignung für Wohnräume | Eher nicht ohne Abluft | Besser, trotzdem lüften |
Styrol wird von der IARC als „wahrscheinlich krebserzeugend“ (Gruppe 2A) eingestuft. Diese Einstufung sagt, wie gut die Hinweise auf eine Gefahr sind. Sie sagt nicht, wie hoch dein Risiko bei einem Druck zu Hause ist. Das hängt unter anderem von Menge, Dauer und Lüftung ab.
PLA ist nicht automatisch harmlos. Eine Studie von 2016 fand bei ABS größere Partikel als bei PLA und errechnete für PLA-Partikel eine etwa dreimal höhere Ablagerung in den Lungenbläschen. Weniger Geruch bedeutet also nicht, dass nichts in der Luft ist.
So reduzierst du die Belastung
- Nicht im Schlafzimmer drucken: Wähle einen Raum, in dem du dich nicht dauerhaft aufhältst.
- Abluft nach draußen führen: Das ist bei ABS die wirksamste Lösung.
- Gehäuse nutzen: Es hilft gegen Verzug und hält Emissionen zurück, ersetzt aber keine Abluft.
- Kurz warten: Öffne das Gehäuse nach dem Druck nicht sofort und lüfte danach gründlich.
- Temperaturen einhalten: Bleib im Bereich, den der Hersteller nennt.
- Filter nicht überschätzen: Partikel und Gase brauchen unterschiedliche Filter. Achte auf nachvollziehbare Angaben und wechsle sie rechtzeitig.
Wer besonders vorsichtig sein sollte
Halte Abstand, wenn Kinder, Schwangere oder Menschen mit Asthma und anderen Atemwegserkrankungen im Haushalt leben. Bei Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Reizungen brich den Druck ab, lüfte und sprich bei anhaltenden Beschwerden mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Brauchst du ABS überhaupt?
Oft nicht. Für viele Teile reichen PLA oder PETG. Wird ein Teil warm oder steht draußen, kommen ASA und andere Materialien infrage. Diese emittieren aber ebenfalls und müssen genauso geprüft werden. Der Filament-Materialvergleich stellt die Eigenschaften gegenüber.
Quellen
F. Bierkandt, BfR (2024); Yi et al. (2016); IARC-Monografie 121; zur Partikelzahl: Stephens et al. (2013), zu Styrol und Lactid: Azimi et al. (2016). Dieser Text ersetzt keine medizinische Beratung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: Oktober 2026.
