Was du jetzt tun solltest
- Verdächtiges Holz trennen: Nimm es aus dem Wohnbereich, und lass es nicht bei Möbeln oder Bauholz liegen.
- Bald verbrennen: Trockenes Holz mit Verdacht auf Nagekäfer solltest du zügig im Ofen verbrennen.
- Nicht im Haus lagern: Hole nur den Tagesbedarf herein.
- Umgebung prüfen: Sieh dir verbautes Holz und Möbel in der Nähe auf frisches Bohrmehl an.
- Bei Verdacht am Haus: Einen Fachbetrieb hinzuziehen.
So erkennst du einen Befall
- Kleine runde Ausfluglöcher im Holz
- Feines Bohrmehl unter oder auf den Scheiten
- Larven oder Fraßgänge beim Spalten
- Käfer in der Nähe des Holzstapels, besonders im warmen Raum
Altes Bohrmehl oder alte Löcher beweisen keinen aktiven Befall. Die Art lässt sich daran allein oft nicht sicher bestimmen.
Welche Insekten vorkommen
Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) hat eingesandte Proben ausgewertet:
| Gruppe | Befund in Brennholz | Risiko für Möbel und Gebäude |
|---|---|---|
| Bockkäfer (v. a. Veränderlicher Scheibenbock) | Am häufigsten | Meist gering, befallen trockenes, entrindetes Holz in der Regel nicht |
| Nagekäfer („Holzwurm“) | Regelmäßig | Die Ausnahme: Je nach Feuchte auch an verbautem Holz und Möbeln möglich |
| Prachtkäfer | Selten | Meist gering |
| Borkenkäfer | Kaum nach zwei Sommern Lagerung | Meist gering |
| Holzwespen | Vereinzelt Larven und Löcher | Keine erwachsenen Tiere im Haus festgestellt |
| Hausbock | In den Proben nicht gefunden | Gefährlich für Nadelholz, deshalb Altholz vorsichtig behandeln |
Der Beitrag stammt von 2009 und beruht auf eingesandten Proben. Er ist keine repräsentative Erhebung. „Holzwurm“ ist kein einzelnes Tier, sondern meist der Sammelbegriff für die Larven holzzerstörender Käfer, vor allem von Nagekäfern.
Sind meine Möbel in Gefahr?
Meist ist das Risiko laut FVA gering, weil viele Tiere aus dem Brennholz sogenannte Frischholzinsekten sind. Sie befallen trockenes Holz ohne Rinde nicht. Ausschließen kannst du es aber nicht: Nagekäfer sind die Ausnahme. Bei ihnen rät die FVA, befallenes Holz umgehend zu vernichten und nicht in wenig beheizten Räumen zu lagern. Besonders vorsichtig solltest du in Fachwerkhäusern und bei wertvollen alten Möbeln sein.
So beugst du vor
- Trocken und luftig lagern: Unter Dach, gut durchlüftet und vor Regen geschützt.
- Nicht lange im Keller: Feuchte, schlecht belüftete Keller fördern Nagekäfer und Pilze.
- Nur den Tagesbedarf holen: So bleibt Brennholz nicht lange im warmen Raum.
- Getrennt lagern: Altes Bauholz und Dachbalken nicht zum Brennholz legen.
- Waldnähe vermeiden: Lagerung im oder am Wald erhöht laut FVA das Befallsrisiko.
Mehr dazu steht unter Brennholz richtig lagern. Beim Kauf hilft der Ratgeber Brennholz kaufen.
Was du nicht tun solltest
- Keine Holzschutzmittel oder Insektizide aufs Brennholz: Behandeltes Holz gehört nicht in den Ofen. Die 1. BImSchV erlaubt naturbelassenes Holz als Brennstoff.
- Kein Holz im Backofen „entwesen“: Das birgt Brandgefahr.
- Keine Hausmittel an tragenden Bauteilen: Hier braucht es eine fachliche Beurteilung.
Wann du Fachleute brauchst
- Frisches Bohrmehl oder neue Löcher an Balken, Dielen oder Treppen
- Befall an wertvollen Möbeln
- Verdacht auf Hausbock, besonders im Dachstuhl aus Nadelholz
- Weiche oder ausgehöhlte Stellen an tragenden Teilen
Geeignet sind etwa Holzschutzsachverständige oder spezialisierte Schädlingsbekämpfer.
Allgemeine Information ohne Gewähr, keine Schadensdiagnose. Quelle: H. Delb, R. Blum, E. Wagenhoff, FVA, AFZ-DerWald 2009, online auf waldwissen.net.
