Fixkosten als Paar fair aufteilen: 50/50 oder nach Einkommen?

Gemeinsame Kosten in der Beziehung fair aufteilen – 50/50, nach Einkommen oder eigene Quote, mit Formel, Rechenbeispiel, Drei-Konten-Modell und Rechner.

Fixkosten als Paar teilt ihr 50/50, nach Einkommen oder mit eigener Quote auf. Nach Einkommen gilt: Anteil A = Netto A ÷ (Netto A + Netto B). Bei 2.800 € und 2.100 € Netto trägt A 57,1 %, B 42,9 %. Mit Rechenbeispiel, Drei-Konten-Modell und Rechner.

Worum geht es?

Sobald zwei Menschen zusammenziehen, teilen sie sich Miete, Strom, Internet und Versicherungen. Die Frage ist nicht, ob ihr aufteilt, sondern nach welchem Schlüssel. Drei Modelle haben sich bewährt: 50/50, nach Einkommen und eine frei vereinbarte Quote. Welches fair ist, hängt vor allem davon ab, wie weit eure Einkommen auseinanderliegen.

Die drei Modelle im Vergleich

ModellVorteilNachteil
50/50Einfach, keine Rechnerei, keine Diskussion über Gehälter.Belastet die Person mit weniger Einkommen deutlich stärker.
Nach EinkommenBeide geben denselben Anteil ihres Nettos ab.Ihr müsst eure Einkommen offenlegen und bei Änderungen neu rechnen.
Eigene QuoteBerücksichtigt, was Zahlen nicht zeigen – etwa Care-Arbeit oder Vermögen.Muss ausgehandelt werden und braucht regelmäßige Überprüfung.

Formel: Aufteilung nach Einkommen

Anteil A = Netto A ÷ (Netto A + Netto B). Der Anteil von B ist der Rest auf 100 %. Multipliziert mit den gemeinsamen Fixkosten ergibt das den Betrag, den jede Person trägt.

Rechenbeispiel: 2.800 € und 2.100 € Netto

Gemeinsame Fixkosten: 1.500 € im Monat.

Person A (2.800 €)Person B (2.100 €)
50/50 – Betrag750 €750 €
50/50 – Anteil am Netto26,8 %35,7 %
Nach Einkommen – Betrag857 € (57,1 %)643 € (42,9 %)
Nach Einkommen – Anteil am Netto30,6 %30,6 %
Bleibt nach Fixkosten (nach Einkommen)1.943 €1.457 €

Bei 50/50 gibt Person B mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Fixkosten aus, Person A gut ein Viertel. Nach Einkommen sind es bei beiden 30,6 % – der Unterschied für B beträgt 107 € im Monat oder 1.284 € im Jahr.

So geht ihr vor

  1. Alle Fixkosten sammeln. Kontoauszüge der letzten zwölf Monate durchgehen – so findet ihr auch jährliche Abbuchungen.
  2. Gemeinsam oder persönlich? Legt für jeden Posten fest, ob er euch beiden dient oder nur einer Person.
  3. Auf den Monat umrechnen. Vierteljährliche Beträge durch 3, halbjährliche durch 6, jährliche durch 12.
  4. Schlüssel wählen und die Anteile ausrechnen.
  5. Ausgleich einrichten. Entweder überweist eine Person der anderen die Differenz, oder beide zahlen ihren Anteil auf ein Gemeinschaftskonto.

Welche Kosten gehören dazu?

Meist gemeinsamMeist persönlichKlärungsbedarf
Miete, NebenkostenHandyvertragAuto, das nur eine Person fährt
Strom, Gas, WasserFitnessstudio, VereinsbeiträgeKredite aus der Zeit vor der Beziehung
Internet, RundfunkbeitragBerufsunfähigkeits- und AltersvorsorgeHaustier, das eine Person mitgebracht hat
Hausrat- und HaftpflichtversicherungHobbys, eigene AbosStreaming, das nur eine Person nutzt

Der Rundfunkbeitrag fällt übrigens pro Wohnung an, nicht pro Person: 18,36 € im Monat, meist als 55,08 € pro Quartal abgebucht.

Das Drei-Konten-Modell

Jeder behält sein eigenes Girokonto, zusätzlich eröffnet ihr ein Gemeinschaftskonto. Beide überweisen am Monatsanfang per Dauerauftrag ihren Anteil, alle gemeinsamen Abbuchungen laufen über dieses Konto. Das hat drei Vorteile: Niemand muss dem anderen Geld hinterherrechnen, jährliche Posten sind durch die monatlichen Einzahlungen gedeckt, und was auf dem eigenen Konto bleibt, gehört ohne Rechtfertigung jedem selbst.

Typische Fehler

  • Jährliche Kosten vergessen: Versicherungen und Kfz-Steuer tauchen in keiner Monatsübersicht auf, wenn man sie nicht umrechnet.
  • Brutto statt Netto vergleichen: Steuerklasse und Abzüge verschieben das Verhältnis oft deutlich.
  • Einmal festlegen, nie wieder anfassen: Nach Gehaltserhöhung, Teilzeit oder Elternzeit stimmt der Schlüssel nicht mehr.
  • Nur die Miete teilen: Wer alle kleinen Posten allein zahlt, trägt übers Jahr schnell mehrere Hundert Euro zusätzlich.

Wann solltet ihr neu rechnen?

Einmal im Jahr und bei jeder größeren Veränderung: neuer Job, Gehaltssprung, Elternzeit, Umzug, Nachwuchs. Das Netto für die neue Situation liefert der Brutto-Netto-Rechner; was beim Elterngeld zu erwarten ist, der Elterngeldrechner.

Kurz zusammengefasst

Bei ähnlichem Einkommen ist 50/50 die einfachste Lösung. Je größer der Unterschied, desto eher lohnt die Aufteilung nach Einkommen – dann geben beide denselben Anteil ihres Nettos ab. Der Fixkosten-Rechner für Paare rechnet alle drei Modelle durch, berücksichtigt monatliche bis jährliche Abbuchungen und zeigt, wer wem wie viel ausgleicht.

Alle Angaben ohne Gewähr. Kein Ersatz für Finanz- oder Rechtsberatung.

Direkt ausrechnen

Gemeinsame Fixkosten fair aufteilen – 50/50 oder nach Einkommen, mit monatlichen, viertel- und jährlichen Posten, Ausgleichszahlung und Jahresübersicht.

Fixkosten-Rechner für Paare

Häufige Fragen

Ist 50/50 oder nach Einkommen fairer?

Das hängt vom Gehaltsunterschied ab. Verdient ihr ähnlich, ist 50/50 einfach und fair. Liegen die Nettoeinkommen deutlich auseinander, belastet 50/50 die Person mit dem kleineren Einkommen stärker – dann ist die Aufteilung nach Einkommen ausgewogener, weil beide denselben Anteil ihres Nettos beisteuern.

Wie berechne ich die Aufteilung nach Einkommen?

Anteil A = Netto A ÷ (Netto A + Netto B). Bei 2.800 € und 2.100 €: 2.800 ÷ 4.900 = 57,1 % für A, 42,9 % für B. Von 1.500 € Fixkosten trägt A rund 857 €, B rund 643 €.

Brutto oder Netto – welches Einkommen zählt?

Üblich ist das Nettoeinkommen, weil nur das tatsächlich zur Verfügung steht. Rechnet regelmäßige Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld anteilig auf den Monat um, wenn sie einen spürbaren Unterschied machen.

Welche Kosten sollten Paare gemeinsam tragen?

Alles, was beide nutzen: Miete und Nebenkosten, Strom, Heizung, Internet, Rundfunkbeitrag, Hausrat- und Haftpflichtversicherung, gemeinsame Abos und ein gemeinsames Auto. Persönliche Ausgaben wie Handyvertrag, Fitnessstudio oder Hobbys zahlt meist jeder selbst.

Was ist das Drei-Konten-Modell?

Jeder behält sein eigenes Girokonto, dazu kommt ein Gemeinschaftskonto. Beide überweisen per Dauerauftrag ihren Anteil an den Fixkosten dorthin, alle gemeinsamen Abbuchungen laufen über dieses Konto. Der Rest des Gehalts bleibt zur freien Verfügung.

Wie gehen wir mit jährlichen Kosten um?

Jährliche Beträge durch 12 teilen, vierteljährliche durch 3, und diesen Monatswert zurücklegen. Eine Versicherung über 140 € im Jahr entspricht 11,67 € im Monat. So ist das Geld da, wenn die Abbuchung kommt.

Wie oft sollten wir die Aufteilung überprüfen?

Mindestens einmal im Jahr und immer, wenn sich etwas ändert: Gehaltserhöhung, Jobwechsel, Teilzeit, Elternzeit, Umzug oder neue Verträge. Im Fixkosten-Rechner auf machsklar.de genügt es, die Werte anzupassen.

Stimmt etwas nicht auf dieser Seite? – wir schauen uns das an.

Stimmt etwas nicht?

Sag uns, was falsch oder veraltet ist. Die aktuelle Seite schicken wir automatisch mit.

Was für ein Hinweis?

Mindestens 10 Zeichen.

URL, Eingaben, Ergebnis und Browserdaten – damit wir den Fehler nachvollziehen können.