Worum geht es?
Sobald zwei Menschen zusammenziehen, teilen sie sich Miete, Strom, Internet und Versicherungen. Die Frage ist nicht, ob ihr aufteilt, sondern nach welchem Schlüssel. Drei Modelle haben sich bewährt: 50/50, nach Einkommen und eine frei vereinbarte Quote. Welches fair ist, hängt vor allem davon ab, wie weit eure Einkommen auseinanderliegen.
Die drei Modelle im Vergleich
| Modell | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| 50/50 | Einfach, keine Rechnerei, keine Diskussion über Gehälter. | Belastet die Person mit weniger Einkommen deutlich stärker. |
| Nach Einkommen | Beide geben denselben Anteil ihres Nettos ab. | Ihr müsst eure Einkommen offenlegen und bei Änderungen neu rechnen. |
| Eigene Quote | Berücksichtigt, was Zahlen nicht zeigen – etwa Care-Arbeit oder Vermögen. | Muss ausgehandelt werden und braucht regelmäßige Überprüfung. |
Formel: Aufteilung nach Einkommen
Anteil A = Netto A ÷ (Netto A + Netto B). Der Anteil von B ist der Rest auf 100 %. Multipliziert mit den gemeinsamen Fixkosten ergibt das den Betrag, den jede Person trägt.
Rechenbeispiel: 2.800 € und 2.100 € Netto
Gemeinsame Fixkosten: 1.500 € im Monat.
| Person A (2.800 €) | Person B (2.100 €) | |
|---|---|---|
| 50/50 – Betrag | 750 € | 750 € |
| 50/50 – Anteil am Netto | 26,8 % | 35,7 % |
| Nach Einkommen – Betrag | 857 € (57,1 %) | 643 € (42,9 %) |
| Nach Einkommen – Anteil am Netto | 30,6 % | 30,6 % |
| Bleibt nach Fixkosten (nach Einkommen) | 1.943 € | 1.457 € |
Bei 50/50 gibt Person B mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Fixkosten aus, Person A gut ein Viertel. Nach Einkommen sind es bei beiden 30,6 % – der Unterschied für B beträgt 107 € im Monat oder 1.284 € im Jahr.
So geht ihr vor
- Alle Fixkosten sammeln. Kontoauszüge der letzten zwölf Monate durchgehen – so findet ihr auch jährliche Abbuchungen.
- Gemeinsam oder persönlich? Legt für jeden Posten fest, ob er euch beiden dient oder nur einer Person.
- Auf den Monat umrechnen. Vierteljährliche Beträge durch 3, halbjährliche durch 6, jährliche durch 12.
- Schlüssel wählen und die Anteile ausrechnen.
- Ausgleich einrichten. Entweder überweist eine Person der anderen die Differenz, oder beide zahlen ihren Anteil auf ein Gemeinschaftskonto.
Welche Kosten gehören dazu?
| Meist gemeinsam | Meist persönlich | Klärungsbedarf |
|---|---|---|
| Miete, Nebenkosten | Handyvertrag | Auto, das nur eine Person fährt |
| Strom, Gas, Wasser | Fitnessstudio, Vereinsbeiträge | Kredite aus der Zeit vor der Beziehung |
| Internet, Rundfunkbeitrag | Berufsunfähigkeits- und Altersvorsorge | Haustier, das eine Person mitgebracht hat |
| Hausrat- und Haftpflichtversicherung | Hobbys, eigene Abos | Streaming, das nur eine Person nutzt |
Der Rundfunkbeitrag fällt übrigens pro Wohnung an, nicht pro Person: 18,36 € im Monat, meist als 55,08 € pro Quartal abgebucht.
Das Drei-Konten-Modell
Jeder behält sein eigenes Girokonto, zusätzlich eröffnet ihr ein Gemeinschaftskonto. Beide überweisen am Monatsanfang per Dauerauftrag ihren Anteil, alle gemeinsamen Abbuchungen laufen über dieses Konto. Das hat drei Vorteile: Niemand muss dem anderen Geld hinterherrechnen, jährliche Posten sind durch die monatlichen Einzahlungen gedeckt, und was auf dem eigenen Konto bleibt, gehört ohne Rechtfertigung jedem selbst.
Typische Fehler
- Jährliche Kosten vergessen: Versicherungen und Kfz-Steuer tauchen in keiner Monatsübersicht auf, wenn man sie nicht umrechnet.
- Brutto statt Netto vergleichen: Steuerklasse und Abzüge verschieben das Verhältnis oft deutlich.
- Einmal festlegen, nie wieder anfassen: Nach Gehaltserhöhung, Teilzeit oder Elternzeit stimmt der Schlüssel nicht mehr.
- Nur die Miete teilen: Wer alle kleinen Posten allein zahlt, trägt übers Jahr schnell mehrere Hundert Euro zusätzlich.
Wann solltet ihr neu rechnen?
Einmal im Jahr und bei jeder größeren Veränderung: neuer Job, Gehaltssprung, Elternzeit, Umzug, Nachwuchs. Das Netto für die neue Situation liefert der Brutto-Netto-Rechner; was beim Elterngeld zu erwarten ist, der Elterngeldrechner.
Kurz zusammengefasst
Bei ähnlichem Einkommen ist 50/50 die einfachste Lösung. Je größer der Unterschied, desto eher lohnt die Aufteilung nach Einkommen – dann geben beide denselben Anteil ihres Nettos ab. Der Fixkosten-Rechner für Paare rechnet alle drei Modelle durch, berücksichtigt monatliche bis jährliche Abbuchungen und zeigt, wer wem wie viel ausgleicht.
Alle Angaben ohne Gewähr. Kein Ersatz für Finanz- oder Rechtsberatung.