Die wichtigsten Werte
| Wassergehalt (w) | Holzfeuchte (u) | Bedeutung | Heizwert Laubholz |
|---|---|---|---|
| 15 % | 18 % | lufttrocken, gut | 4,15 kWh/kg |
| 20 % | 25 % | Obergrenze | 3,86 kWh/kg |
| 30 % | 43 % | zu feucht | 3,30 kWh/kg |
| 50 % | 100 % | frisch | 2,16 kWh/kg |
Quelle: LWF-Merkblatt 12.
Was gesetzlich gilt
Nach § 3 Abs. 3 der 1. BImSchV darf Scheitholz in Feuerungsanlagen nur eingesetzt werden, wenn der Feuchtegehalt unter 25 % bezogen auf das Trocken- oder Darrgewicht liegt. Gemeint ist also die Holzfeuchte. Das entspricht einem Wassergehalt von 20 %, wie auch die LWF erklärt. Für bestimmte automatisch beschickte Anlagen gelten Ausnahmen. Ein Scheitholzofen fällt in der Regel nicht darunter.
Holzfeuchte und Wassergehalt: der Unterschied
- Holzfeuchte u setzt das Wasser ins Verhältnis zum völlig trockenen Holz.
- Wassergehalt w setzt das Wasser ins Verhältnis zum Gesamtgewicht mit Wasser.
u = w ÷ (100 − w) × 100 und w = u ÷ (100 + u) × 100
Beispiel: Ein Scheit wiegt 1.200 g und nach vollständigem Trocknen 1.000 g. Das Wasser wiegt 200 g. Holzfeuchte: 200 ÷ 1.000 = 20 %. Wassergehalt: 200 ÷ 1.200 = 16,7 %. Mit eigenen Werten rechnet der Holzfeuchte-Rechner.
Der Begriff „Restfeuchte“ ist nicht eindeutig, und Angaben wie „Restfeuchte unter 20 %“ können beides meinen. Frag beim Kauf nach, und schau beim Messgerät nach, welchen Wert es anzeigt. Viele Geräte zeigen laut LWF die Holzfeuchte an.
Deinen Messwert rechnet der Holzfeuchte-Wassergehalt-Umrechner sofort um.
So misst du richtig
- Wähle mehrere Scheite aus verschiedenen Bereichen des Stapels.
- Lass die Scheite möglichst auf Zimmertemperatur kommen, wenn das Gerät das verlangt.
- Spalte jedes Scheit und miss auf der frischen Fläche möglichst in der Mitte.
- Setze die Stifte quer zur Faser ein, sofern deine Anleitung nichts anderes sagt.
- Stelle die passende Holzart ein, wenn das Gerät das erlaubt.
- Vergleiche die Werte. Zählt der schlechteste, denn außen ist Holz oft trockener als innen.
Einfache Widerstandsmessgeräte liefern laut waldwissen.net nur zwischen etwa 5 und 30 % Holzfeuchte verlässliche Werte. Für frisches Holz taugen sie also kaum. Die Schritte oben sind übliche Praxis und keine amtliche Messvorschrift.
Am genauesten ist die Darrmethode: Eine Probe wird gewogen, bei rund 103 °C bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und erneut gewogen. Beachte dabei die Brandgefahr und die Vorgaben deines Geräts.
Wie lange muss Holz trocknen?
Das hängt von Lagerplatz, Klima, Scheitgröße und Holzart ab. Die LWF nennt für Buche, Fichte und Kiefer ein Jahr bei richtiger Lagerung. Die FVA Baden-Württemberg spricht von etwa zwei Sommern, die Berliner Forsten von mindestens zwei Jahren. Rechne also mit ein bis zwei Jahren und verlasse dich am Ende auf die Messung.
Was zu feuchtes Holz anrichtet
- Der Heizwert sinkt, weil das Wasser verdampfen muss.
- Es entstehen laut LWF stark erhöhte Emissionen.
- Aggressive Ablagerungen können Ofen und Kamin belasten.
- Das Holz brennt schlecht an und qualmt eher.
Checkliste
- Grenze: unter 25 % Holzfeuchte, also unter 20 % Wassergehalt
- Anzeige des Messgeräts verstanden
- Mehrere Scheite gespalten und in der Mitte gemessen
- Bei zu hohem Wert: weiter trocknen lassen
- Beim Kauf: Trockenheit vereinbaren, siehe Brennholz kaufen
Keine Rechtsberatung, Angaben ohne Gewähr. Gesetzestext geprüft im Oktober 2026. Das Bedienungshandbuch deines Ofens und Messgeräts hat Vorrang.
